Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“ ist derzeit mit vielen Debüts, sängerisch herausragend besetzt, zumindest akkurat dirigiert und fragwürdig inszeniert an der Wiener Staatsoper zu sehen.
Die aktuelle Spielserie von Antonín Dvořáks „Rusalka“ an der Staatsoper ist eine durchwachsene Sache. Erfreulich ist die sängerische Besetzung. Die australische Sopranistin Nicole Car sang ihre erste Rusalka in Wien mit einer feinen Balance aus dramatischen Bögen und lyrischen Linien. Auch als leichtfüßige Darstellerin überzeugt sie als liebende Nixe, die ihre Unsterblichkeit für eine vergängliche menschliche Liebe opfert. Piotr Beczała war am Ring bereits in der Partie des unheilvollen Prinzen zu hören. Vor allem im Finale überzeugt der polnische Tenor mit zarter Zurückgenommenheit. Die zentralen Partien ergänzen die präsente Monika Bohinec als mächtige Jezibaba sowie der junge russische Bariton Alexander Vinogradov als feinfühliger Wassermann.
Sein Hausdebüt gab der aus Prag stammende Dirigent Robert Jindra. Er konzentriert sich mehr auf die vielen folkloristischen Ornamente der Partitur als auf die großen dramatischen Bögen. Seine oft allzu deutliche, liebliche Lesart ist sängerfreundlich, verfängt sich aber an der romantischen Oberfläche.
Wenig Zauber hat auch die Regie von Sven-Eric Bechtolf zu bieten. Sein düster-eisiger Verschnitt von „Herr der Ringe“ und „Tanz der Vampire“ wirft mit wenig sinnstiftenden Einfällen mehr Fragen auf, als er beantwortet. Wer in der Spielserie dieses „lyrischen Märchens“ den Zauber sucht, findet ihn noch am ehesten in den Singstimmen.
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