„Kein Weltcup-Niveau“

„Unfair!“ FIS nach Pisten-Ärger unter Beschuss

Ski Alpin
09.01.2026 08:14

Die von der FIS verordnete neue Pisten-Philosophie sorgt im Ski-Weltcup weiter für Ärger und spaltet nun auch die Schweizer Ski-Athleten.

Schon vor der Saison habe der Weltverband FIS angekündigt, die Weltcup-Pisten heuer weniger stark zu bewässern. Das erklärte zuletzt Ex-Profi Didier Plaschy im SRF. Spätestens seit dem Frauen-Slalom am Semmering sowie den Männer-Rennen in Livigno und Alta Badia kocht die Debatte hoch. Viele Athleten hadern weiterhin mit den Bedingungen.

Einer der schärfsten Kritiker: Thomas Tumler. „Ich bin kein Befürworter dieses Trends. Das ist unfair gegenüber vielen Athleten und unfair gegenüber guten Skifahrern“, stellte der 36-Jährige vor dem Riesenslalom in Adelboden klar. Mit solchen Pisten werde es mehr zu einer „Lotterie“ als zu einem Wettbewerb, in dem sich der Beste durchsetzt.

Tumler schießt gegen die FIS
Besonders hart geht Tumler mit der Präparation in Alta Badia ins Gericht: „Das ist nicht Weltcup-Niveau, was wir diese Saison oft gefahren sind.“ Wenn Startnummer eins gleich zweimal mit deutlichem Vorsprung die Laufbestzeit fahre, sei das „völlig untypisch“. „So etwas hat es früher kaum gegeben.“

Die Absicht der FIS sei wohl mehr Sicherheit gewesen, glaubt Tumler – „aber für mich war das ein Schritt retour“. Hoffnung schöpft er dennoch: In Madonna di Campiglio habe die Piste zuletzt wieder einen besseren Eindruck gemacht. „Das stimmt mich positiv für die Zukunft.“

Thomas Tumler
Thomas Tumler(Bild: EPA/ANTHONY ANEX)

Odermatt: „Im Vorhinein wurde nichts kommuniziert“
Gelassener reagiert Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt, widerspricht jedoch einer zentralen Aussage. Von einer klaren Vorab-Kommunikation der FIS habe er nichts gespürt. „Im Vorhinein wurde nichts kommuniziert“, betonte er. In Adelboden sei hingegen alles wie in den vergangenen Jahren vorbereitet worden. Das dürfte Odermatt entgegenkommen: Schließlich gewann er die letzten vier Riesenslaloms am Chuenisbärgli. Im Vorjahr jubelte er dort gemeinsam mit Teamkollege Loïc Meillard über einen Schweizer Doppelsieg.

Meillard bleibt pragmatisch
Meillard selbst sieht die Diskussion nüchtern: „Am Ende ist es eine Weltcup-Piste, auf der alle fahren müssen.“ Entscheidend sei vor allem die Gleichmäßigkeit der Strecke. „Wenn einer mit Startnummer 60 ganz vorne reinfährt, dann ist die Piste gut.“ Und ergänzte selbstbewusst: „Am Schluss sind wir die besten Fahrer der Welt – wir müssen uns anpassen.“

Fest steht: Die Debatte um weniger bewässerte Pisten wird den Weltcup auch in den kommenden Wochen sicherlich begleiten.

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