Höhere Preise zeigen bei Rauchern ihre Wirkung: Die Trafikanten verkauften 2025 um 4,3 Prozent weniger Zigaretten, während der Konsum aber nur um 1,5 Prozent zurückging, da viele ins billigere Ausland ausweichen. Für einzelne Marken werden bereits über sieben Euro fällig – und schon bald könnte der Preis wieder steigen.
Die Österreicher rauchen Jahr für Jahr weniger, das war auch 2025 nicht anders. Zusätzlich hat die Regierung die Tabaksteuer deutlich erhöht, um Geld für die marode Staatskasse aufzutreiben. Darauf reagieren die Nikotinsüchtigen, zeigt ein neuer Report des Tabakherstellers JTI. Sie kauften in Österreich um 10,7 Milliarden „Tschick“, das sind rund 4,3 Prozent weniger.
13 Prozent der Zigaretten aus dem Ausland
Ganz auf den Konsum ummünzen lässt sich das aber nicht, denn viele hören nicht auf, sondern lassen lieber woanders ihr Geld. Tatsächlich sind die gerauchten Zigaretten daher nur um 1,5 Prozent zurückgegangen. Die Differenz ist vor allem mit mehr Käufen im Ausland zu erklären. Der Anteil der nicht in Österreich versteuerten Zigaretten steigt auf 13 Prozent, etwa 1,6 Milliarden Glimmstängel.
In Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Italien und Slowenien sind Zigaretten billiger als hierzulande, in Tschechien kostet eine Packung nur geringfügig weniger, in Slowenien ist es gleich um mehr als einen Euro günstiger. Daher lohnt es oftmals ein Kofferraumimport, zumal in Österreich viele Menschen binnen einer Stunde bei der nächsten Grenze sind. Dem Staat entgehen dadurch übrigens rund 380 Millionen Euro an Steuereinnahmen, Händler und Produzenten verlieren 120 Millionen. Kleines Trostpflaster: Einige steigen auf Tabakerhitzer um, die ebenfalls zum Monopol gehören und der Tabaksteuer unterliegen.
Schon 6,25 Euro kostete 2025 eine Packung Zigaretten im Schnitt, erstmals sind es damit über sechs Euro, für einzelne Marken zahlte man sogar bereits sieben Euro. Vergangenes Jahr erhöhte die Industrie die Preise im Frühjahr um großteils 30 Cent pro Packung und legte bei einigen Marken noch nach. Den größten Anteil an einer Zigarette krallt sich der Staat, rund 76 Prozent, das entspricht bei einer durchschnittlichen Packung 4,75 Euro von 6,25 Euro. Der Rest teilt sich auf die Trafikanten und die Industrie auf, wobei die Trafikanten leicht mehr erhalten.
Preiserhöhungen heuer schon im Februar?
Für den Finanzminister geht die Rechnung trotz Rückgängen auf. Wie anvisiert, kommen rund 50 Millionen Euro extra in die Staatskasse, gesamt sind es satte 2,175 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer), nach der Mineralölsteuer ist die Tabaksteuer die größte Konsumabgabe.
Dieses Jahr erhofft sich die Regierung zusätzlich Steuern aus Alternativprodukten wie Nikotinbeutel oder E-Zigaretten, die im Frühjahr teurer werden dürften. Die Tabaksteuer steigt zudem schon im Februar statt im April, daher könnten die Hersteller die Preise diesmal früher anheben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.