Sorgen wachsen

Teuerung zu hoch: Geduld der Österreicher am Ende

Österreich
06.01.2026 11:03

Die Hoffnung auf einen baldigen wirtschaftlichen Aufschwung schwindet weiter: Viele Österreicherinnen und Österreicher stellen sich auf lange Durststrecken ein. Eine aktuelle IMAS-Studie zeigt, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung erst in mehreren Jahren mit einer Erholung rechnet – oder gar nicht mehr daran glaubt.

Laut der Erhebung sieht ein Viertel der Befragten eine wirtschaftliche Erholung frühestens im Jahr 2028 oder später. Weitere 14 Prozent erwarten einen Aufschwung erst im ersten Halbjahr 2027, ebenso viele gehen davon aus, dass sich die Lage überhaupt nicht mehr erholen wird. Damit rückt aus Sicht vieler Menschen ein Wirtschaftswachstum zunehmend in die Ferne.

Pessimismus hat sich verstärkt
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese pessimistische Einschätzung verstärkt: Der Anteil jener, die eine Erholung erst in drei Jahren oder später erwarten, stieg um vier Prozentpunkte. 2023 waren noch 19 Prozent dieser Ansicht. Besonders deutlich ist auch der Zuwachs bei denjenigen, die gar keine wirtschaftliche Erholung mehr sehen: Ende 2025 lag dieser Wert bei 14 Prozent und hat sich damit gegenüber 2024 verdoppelt.

Das Tortendiagramm zeigt, wie schnell die österreichische Wirtschaft sich laut Umfrage von Krisen erholen wird. 4 % erwarten eine Erholung im ersten Halbjahr 2026, 13 % im zweiten Halbjahr 2026, 14 % im ersten Halbjahr 2027 und 11 % im zweiten Halbjahr 2027. 25 % rechnen mit 2028 oder später, 14 % glauben an keine Erholung mehr und 21 % wissen es nicht oder machen keine Angabe. Quelle: IMAS.

Gleichzeitig nimmt der Optimismus ab. Zwar konnten sich Ende 2025 noch 41 Prozent der Befragten vorstellen, dass sich die Wirtschaft – in unterschiedlichen Abstufungen – bis Ende 2027 erholt. Zum Jahresende 2024 waren jedoch noch 51 Prozent davon ausgegangen, dass sich die Lage bereits bis Ende 2026 bessern würde.

14 Prozent der Österreicher sehen gar keine Erholung der Wirtschaft – Teuerung und hohe Kosten ...
14 Prozent der Österreicher sehen gar keine Erholung der Wirtschaft – Teuerung und hohe Kosten sind die größten Sorgentreiber.(Bild: Drazen)

Lebenserhaltungskosten größter Brocken
Als größter Belastungsfaktor gilt weiterhin die Teuerung. Rund 60 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher machen sich starke Sorgen wegen steigender Preise und Lebenshaltungskosten. Dahinter folgen die Zuwanderung mit 45 Prozent sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage in Österreich mit 44 Prozent. Auch hier zeigt sich ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr: Teuerung und hohe Lebenshaltungskosten bereiten um acht beziehungsweise sechs Prozentpunkte mehr Menschen Unbehagen als noch zuvor.

Gesundheit größter Wunsch für 2026
Trotz der angespannten Stimmung dominieren bei den persönlichen Wünschen für das Jahr 2026 eher grundlegende Hoffnungen. In einer offenen Fragestellung nannten knapp ein Viertel der Befragten Gesundheit für sich und ihre Familie als wichtigsten Wunsch. 17 Prozent hoffen auf eine Verbesserung ihrer persönlichen Lebenssituation. Je zwölf Prozent wünschen sich schulischen oder beruflichen Erfolg beziehungsweise ein Ende der Teuerung. Neun Prozent möchten Urlaub machen, ebenso viele hoffen auf ein Ende der Kriege.

Der Wunsch nach Gesundheit steht damit – wie schon in den vergangenen Jahren – an erster Stelle. Ende 2023 hatte sogar fast ein Drittel der Österreicher diesen Wunsch geäußert. Deutlich zurückgegangen ist hingegen die Bedeutung des Themas Kriege: Während es 2023 noch für 21 Prozent wichtig war, sank der Anteil 2024 auf 17 Prozent und lag 2025 nur mehr bei neun Prozent.

Für die Studie befragte IMAS insgesamt 1022 Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren.

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