Tragödie Crans-Montana
Spitaldirektor: „Sind ständig den Tränen nahe“
Im Walliser Krankenhaus werden derzeit noch elf der Brandopfer von Crans-Montana behandelt. Der Spitaldirektor meinte jetzt, die Arbeit mit den Verletzten bringe selbst die Profis an ihre Grenzen. Hinzu kommen gehässige Kommentare auf Social Media, die sich gegen die Opfer richten.
Der Walliser Spitaldirektor Eric Bonvin hat die Behandlung der jungen Patientinnen und Patienten nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana als emotional äußerst belastend geschildert. Das Drama habe auch „etwas Empörendes“. Das viel stärkere Gefühl sei aber das der Trauer. „Diese tiefe Emotionalität spüre ich bei allen Beteiligten – bei der Polizei, den Politikern, den Pflegenden und auch bei mir selbst. Wir alle sind ständig den Tränen nahe“, sagte Bonvin.
Opfer sind fürs Leben gezeichnet
Die meisten Opfer hätten schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen. „Sie haben eine sehr lange Heilungsphase vor sich – und werden oft ein Leben lang durch Narben gezeichnet sein“, sagte der Spitaldirektor weiter. Sie seien im Moment auch mental äußerst verletzlich.
Hass-Kommentare gegen Opfer auf Social Media
Große Sorgen bereiteten ihm grausame Kommentare in den sozialen Medien. So schrieb etwa ein User auf X, Crans-Montana sei ein Ort „voll mit Rich Kids, die mit Daddys Kreditkarte machen können, was sie wollen. Dort sieht man 13-Jährige Zigarren rauchen und teure Vodkaflaschen (mit Feuerwerk) bestellen. Als normaler Schweizer wundert es mich nicht, was dort so passiert ist.“ Der Spitaldirektor befürchtet, dass die Grausamkeit der Online-Netzwerke die Situation der Betroffenen noch verschlimmern könnte.
Situation auch für Krankenhauspersonal belastend
Der große Ansturm sei nun vorbei. Viele würden aber in etwa einem Monat zur Nachbehandlung und Rehabilitation ins Spital zurückkehren, weil die meisten Opfer aus dem Wallis stammten. Darauf bereite sich das Spital vor. Katastrophen wie diese seien für Profis Momente höchster Intensität. „Man tut einfach seinen Job. Das ist erfüllend, aber emotional äußerst belastend“, sagte Bonvin. Die Angst der Familien, der Schock der jungen Verletzten, die nicht wissen, was ihnen zugestoßen ist: All das sei schwierig zu verdauen. Dazu komme, dass viele Angestellte des Spitals in der Region lebten. Viele fragten sich deshalb, ob ihre Kinder oder Kollegen unter den Opfern seien.









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