Ein Jahr nach Gründung des europäischen Cybercenters "EC3", das bei Europol angesiedelt ist, zog deren Leiter Troels Oerting eine eher düstere Bilanz. Beispielsweise habe es einen Fall gegeben, bei dem fünf Prepaid-Kreditkarten bei einer arabischen Bank in Oman bestellt wurden. Dafür seien je 100 Euro bezahlt worden.
Die Kreditkarten seien dann 56 Mal geklont worden, anschließend sei der indische Cloud-Anbieter der Bank gehackt und der Prepaid-Rahmen von 100 Euro auf unlimitiert erhöht worden. "Es hat nur zwei Stunden gedauert, um 45 Millionen Euro zu stehlen. Warum brauchen Sie da noch eine Pistole oder Maske, wenn Sie das zu Hause im Internet machen können? Da haben wir noch viel zu tun", so Oerting.
Streaming macht es Ermittlern schwer
Ein großes Problem bei der Nachverfolgung sei auch, dass heute immer weniger downgeloadet, sondern eher gestreamt werde. So habe es einen Fall gegeben, bei dem man auf einer Pädophilen-Website zwei oder drei Männer mieten konnte, die eine Achtjährige vergewaltigten. Allerdings sei dies nur über Streaming gezeigt worden. "Wenn das vorbei ist, gibt es keine Beweise mehr. Das wird nicht heruntergeladen. Die Polizei hat nichts mehr in der Hand."
Malmström erklärte, es gehe darum, einerseits ein offenes und freies Internet zu schützen, aber es müsse auch Cyberkriminalität bekämpft werden. Angesprochen darauf, ob bei diesem Kampf die EU auch auf Hacker als Hilfe zurückgreifen könnte, reagierte die Kommissarin skeptisch. "Es gibt ja viele Länder, die schon versuchen, mit Hackern zusammenzuarbeiten und deren Erfahrung auch entsprechend nutzen. Aber das ist keine europäische Empfehlung", meinte sie.









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