Das Pensionssystem in Österreich steht vor einer Zerreißprobe. Ökonomen und Bürger gleichermaßen sind besorgt über die Geschwindigkeit, mit der das gesetzliche Pensionseintrittsalter angehoben wird. Christine Mayrhuber, Ökonomin am Wifo, warnt in einem Gespräch mit der „Krone“, dass dieses „Höllentempo“ das Vertrauen in das System massiv untergrabe. Wie die „Krone“-Leser über das Thema denken, lesen Sie hier.
Während in Deutschland das Antrittsalter in moderaten Schritten von zwei Monaten pro Jahr erhöht wird, sind die Anstiege hierzulande deutlich steiler, insbesondere für Frauen. Die Debatte ist entbrannt. Auf der einen Seite stehen die Befürworter einer rigorosen Reform, die das System stabilisieren soll. Auf der anderen Seite stehen die, die sich fragen, wie lange der Mensch das noch körperlich und psychisch stemmen kann.
Wer soll das Pensum schaffen?
In den Foren und Kommentarspalten spiegelt sich die Sorge wider. Viele Leser, die selbst kurz vor der Pensionierung stehen oder bereits in Pension sind, teilen ihre persönlichen Erfahrungen. Sie berichten von den Strapazen eines langen Arbeitslebens, von gesundheitlichen Problemen und der Angst, die steigenden Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können. Aspirin schreibt stellvertretend für viele: „Habe mit 17 zu arbeiten begonnen, immer 40 Std., alleinerziehend und gut war es. Dann Bandscheiben-OP, nicht mehr sitzen oder stehen können, leider wäre ich gerne weiter arbeiten gegangen. Mir tun alle leid, die in Zukunft so lange arbeiten müssen. Die Zukunft schaut nicht so rosig aus.“
Leserin dunkelbunt schildert die Doppelbelastung, der sich viele Frauen ausgesetzt sehen: „Alle Omas in meinem Umfeld hier am Land sind in der Kinderbetreuung eingesetzt“ und meint, mit Blick auf Ihre persönlichen Erlebnisse „bis 65 hätte ich das Pensum nicht geschafft.“
Das System bricht zusammen
Es gibt aber auch eine andere Sichtweise, die immer wieder in der Debatte auftaucht: die der Eigenverantwortung. Gambit31415 drückt diesen Standpunkt sehr klar aus: „Ich gehe auf die 40 zu. Für mich ist das Thema staatliche Pension erledigt, denn ich glaube nicht mehr daran. Das System ist am Zusammenbrechen und das weiß ein jeder!“ Er fordert die Menschen auf, sich nicht auf den Staat zu verlassen, sondern aktiv vorzusorgen und sich weiterzubilden. „Weiterbilden – neuer Job – mehr arbeiten! Traurige Wahrheit, die sich jeder eingestehen muss! Es gibt immer einen Weg. Man muss nur wollen!“
Diese Haltung wird auch von anderen geteilt. Jacki, eine ehemalige Beamtin, weist darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen und das Pensionsalter in verschiedenen Berufen stark variieren. Sie kritisiert, dass viele, die es sich leisten könnten, das System der Frühpensionen ausnutzen, während andere bis zum gesetzlichen Alter arbeiten müssen.
Die Diskussion um das Pensionsantrittsalter berührt viele Menschen direkt. Die einen fordern einen radikalen Wandel und sehen nur noch die Eigenverantwortung als Lösung. Die anderen plädieren für mehr soziale Gerechtigkeit und fordern von der Politik, dass sie langfristige und tragfähige Lösungen schafft.
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Wie gehen Sie persönlich mit der Unsicherheit des Pensionssystems um? Und welche Rolle sollten Ihrer Meinung nach der Staat, die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in dieser Debatte spielen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung zum Thema und freuen uns auf Ihre Kommentare!
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