18.12.2013 14:03 |

"Haben Bedenken"

Förderungen erschummelt? EU prüft Barca und Real

Die EU-Kommission nimmt staatliche Hilfen für mehrere spanische Klubs unter die Lupe, darunter die Top-Vereine Real Madrid und FC Barcelona. Es geht um mögliche Verstöße gegen das europäische Wettbewerbsrecht, wie die Kommission am Mittwoch in Brüssel erklärte.

"Die Kommission hat Bedenken, dass diese Maßnahmen beträchtliche Vorteile für die profitierenden Klubs bewirkt haben, zum Schaden derjenigen Vereine, die ohne solche Unterstützung handeln müssen", hieß es in der Mitteilung. Die Kommission betrachtet die Vereine demnach als Wirtschaftsunternehmen, die dank möglicherweise illegaler Subventionen andere Vereine als Unternehmen übervorteilt haben könnten.

"Sehr vorteilhaftes Tauschgeschäft" für Real
Es geht um verschiedenste Vorwürfe, wie die öffentliche Hand in Spanien den insgesamt sieben Vereinen unter die Arme gegriffen haben könnte. So steht bei Real Madrid ein "sehr vorteilhaftes Grundstücks-Tauschgeschäft mit der Stadt Madrid" aus dem Jahr 2011 im Visier der Wettbewerbshüter. Dabei soll der Preis des Grundstücks zugunsten des Vereins vielfach höher angelegt worden sein als bei einer früheren Bewertung.

Real genauso wie der Erzrivale FC Barcelona sowie Athletic Bilbao und Osasuna sollen außerdem seit 1990 von einem besonderen Steuersatz profitiert haben. Dieser lag demnach fünf Prozent unter dem normalerweise für Profiklubs anwendbaren Steuersatz, erläuterte die Kommission. Weitere Bedenken betreffen die Erstligisten Valencia und Elche sowie Zweitligist Alicante.

Die Kommission sei "von betroffenen Bürgern" auf die Fälle aufmerksam gemacht worden, teilte sie weiter mit. Am Dienstag hatte die Europäische Ombudsfrau Emily O'Reilly die Kommission öffentlich zum Handeln in der Sache gedrängt. O'Reilly berief sich auf die Vorwürfe eines nicht genannten Beschwerdeführers, der mehrere Investoren anderer Fußballklubs vertrete. Dieser kritisierte der Ombudsfrau zufolge auch den federführenden Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und brachte einen möglichen Interessenskonflikt des Spaniers ins Gespräch.

Kommissar Almunia rügt Klubs
Almunia selbst machte am Mittwoch klar, dass er den Fall nach dem Muster anderer Wettbewerbsverfahren aufklären wolle. "Profi-Fußballklubs sollten ihre laufenden Kosten und Investitionen besser mit einem gut fundierten Management als auf Kosten der Steuerzahler finanzieren. Mitgliedstaaten und öffentliche Stellen müssen in diesem Bereich wie in allen anderen auch die EU-Regeln über Staatshilfen beachten", erklärte Almunia.

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