Berühmte Süßigkeit

Wien: Die Manner-Schnitte feiert 115. Geburtstag

Österreich
09.11.2013 14:32
Die weltberühmte Manner-Schnitte aus Wien-Hernals feierte dieser Tage ihren 115. Geburtstag. Ihre rosa Verpackung ist mindestens so bekannt wie die Süßigkeit selbst, die es sogar bis nach Hollywood geschafft hat. 1898 fand sich die kulinarische Köstlichkeit - Haselnusscreme zwischen fünf Waffellagen - erstmals unter der Bezeichnung "Neapolitaner Schnitte No. 239" im Firmenkatalog. An den mundgerechten Maßen 49x17x17 Millimetern hat sich bis heute nichts geändert.

Der ursprüngliche Name der Süßigkeit bezog sich auf die Haselnüsse für die Streichmasse, die aus der Gegend um Neapel stammten. Anfangs wurden die Schnitten einzeln verpackt. Die quadratische Hülle aus Aluminium inklusive rotem Aufreißfaden wurde dann 1960 entwickelt und mauserte sich nicht zuletzt dank der unverwechselbaren rosa Farbgebung zum heimischen Designklassiker.

Manner-Schnitte in "Terminator III" zu sehen
Die Schnitten werden inzwischen in dutzende Länder exportiert und sicherten sich unter anderem eine Nebenrolle im Blockbuster "Terminator III", in dem Arnold Schwarzenegger zur Naschware "made in Austria" greift. Was das kostete, wurde bis heute nicht verraten.

Der Stephansdom auf der Verpackung zeugt von den Anfängen der Firma im Jahr 1890. Damals bezog Gründer Josef Manner ein kleines Geschäft neben dem mächtigen Gotteshaus und verkaufte dort Tafelschokolade und Feigenkaffee. Schon kurz darauf strebte er nach Größerem und errichtete schrittweise die Fabrik in Hernals. Man bekenne sich nach wie vor zum Standort Wien, bekräftigte Aufsichtsratsvorsitzender und Senior-Chef Carl Manner, Enkel des Firmengründers.

Standort Hernals wird bis 2016 modernisiert
Heute beschäftigt Manner rund 670 Personen, die 2012 für einen Umsatz von 176 Millionen Euro sorgten. Derzeit baut das Unternehmen um. Bis 2016 wird der Hernalser Standort modernisiert, das Werk im oberösterreichischen Perg hingegen zugesperrt. Somit werden die Schnitten künftig nur noch in der Bundeshauptstadt hergestellt.

Am vergangenen Donnerstag wurde der Geburtstag unter Beisein von Polit- und Wirtschaftsprominenz gefeiert und zugleich das bereits fertige Bürogebäude in Wien eröffnet. Die Fassade ist im Manner-Rosa gehalten. Ob der Alt-Chef daran Gefallen findet? "Ich habe die rosa Farbe nicht ausgesucht, sie ist nicht optimal von der Schönheit her, aber sie ist Teil meines Lebens und lässt sich außerdem gut vermarkten", so Carl Manner (Mitte).

Mitterlehner: "Wien profitiert von Manner, nicht umgekehrt"
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (2.v.r.) freute sich angesichts der langen Unternehmensgeschichte - "Ich kenne noch ältere Institutionen, die katholische Kirche zum Beispiel" - und konnte sich eine kleine Spitze nicht verkneifen: Er habe den Eindruck, "die Stadt Wien profitiert von Manner und nicht umgekehrt", worauf Bürgermeister Michael Häupl (2.v.l.) zurückstichelte, indem er "einen leichten oberösterreichischen Neid" zu spüren glaubte.

Dompfarrer Toni Faber (re.) dankte dem Süßwarenbetrieb als regelmäßigem Spender für den Stephansdom und fasste zusammen: "Die Manner-Schnitte ist eigentlich ein katholisches Produkt."

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