Cyberattacken

Hacker kosten börsennotierte Firmen Milliarden

Web
04.11.2013 08:37
Attacken aus dem Internet kommen börsennotierte Unternehmen teuer zu stehen. Einer Studie der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer zufolge verloren in den vergangenen drei Jahren am Aktienmarkt gelistete Firmen nach Bekanntwerden eines virtuellen Einbruchs allein am ersten Handelstag insgesamt 38 Milliarden Euro an Börsenwert. Im Schnitt benötigten die Aktien einer Gesellschaft dreieinhalb Wochen, um wieder das alte Kursniveau zu erreichen.

Allerdings muss nicht jeder Firmenchef nach einem Angriff um den Börsenkurs seines Unternehmens fürchten. Am Handelstag nach Bekanntwerden einer Attacke hat laut Studie lediglich der Kurs jedes zweiten beobachteten Unternehmens nachgegeben.

"Die Anleger bleiben bei solchen Vorkommnissen bisher noch weitgehend unbeeindruckt", sagte Klaus Beucher, Experte für Cybersicherheit bei der Kanzlei. Das werde sich ändern, wenn die Schäden sichtbarer werden. "Dazu wird es kommen, denn Cyberkriminelle gehen immer ausgeklügelter vor und entwickeln sich zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung für die Unternehmen."

Nach Schätzungen der EU-Kommission sind bereits 80 bis 90 Prozent der Unternehmen Opfer einer Cyberattacke geworden. Problematisch ist, dass die Mehrzahl der Fälle mangels Meldepflichten nicht öffentlich ist. "Die bekannten Angriffe sind also nur die Spitze des Eisbergs und zeigen bei weitem nicht das ganze Ausmaß des Problems", sagte Beucher.

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