Nach FBI-Aktion

Kriminelle planen neue Online-Schwarzmärkte

Web
08.10.2013 14:27
Nach der Festnahme des mutmaßlichen Betreibers des weltgrößten Online-Drogenschwarzmarktes "Silk Road" ging der Schwarzhandel im Web deutlich zurück. Wie sich nun zeigt, war die Aktion der US-Bundespolizei FBI aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die ehemaligen "Silk Road"-User organisieren sich im anonymen "TOR"-Netzwerk – und bereiten die Rückkehr des Drogenhandels im Web vor, als wäre nichts gewesen.

Der Kampf der Behörden gegen Drogenschwarzmärkte im Web scheint aussichtslos. Obwohl Fahndern in den USA der mutmaßliche Boss der "Silk Road" ins Netz gegangen ist, wird online ungeniert weiter gedealt. Die Nutzer scheinen einfach auf andere Plattformen auszuweichen, während der festgenommene Ross Ulbricht den Behörden gegenüber bestreitet, irgendetwas mit "Silk Road" zu tun gehabt zu haben.

Neue "Silk Road" kommt, andere Portale boomen
Einem Bericht des britischen IT-Portals "The Register" zufolge sollen nun zumindest fünf ehemalige "Silk Road"-Nutzer angekündigt haben, Nachfolger zum Drogenschwarzmarkt ins Netz zu stellen. Einer dieser Nutzer genieße im Internet-Untergrund, dem sogenannten "Deep Web", einen hervorragenden Ruf und sei bereits seit zwei Jahren auf "Silk Road" aktiv gewesen, heißt es auf der Seite.

Die "Silk Road"-Sympathisanten scheinen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Ihr Plan sei, eine noch bessere "Silk Road" zu erschaffen, die für die Behörden noch schwerer zu entdecken sei und die ihre Nutzer noch besser schütze. Um das zu gewährleisten, organisiere man die Arbeit am Nachfolgeportal ausschließlich über das Anonymisierungsnetzwerk "TOR", um Behörden keine Anhaltspunkte zu geben.

Dabei bräuchte es gar keine neuen "Silk Roads". Der Internet-Untergrund ist voll mit ähnlichen Portalen. Eines davon – im "Deep Web" ist es unter dem Namen "Sheep" aktiv – soll seit der Schließung der "Silk Road" drei Mal so viele Drogen anbieten wie zuvor. Es scheint so, als seien die Nutzer des geschlossenen Portals einfach zu einem anderen gewandert. Und neben "Sheep" gibt es noch unzählige andere Online-Schwarzmärkte.

Nutzer wollen Ulbrichts Anwaltskosten zahlen
Doch damit nicht genug: Bei den Nutzern der Plattformen scheint es sich um eine verschworene, aber solidarische Gemeinschaft zu handeln. Dem Bericht zufolge sammeln die Nutzer der Online-Schwarzmärkte derzeit Geld für den festgenommenen Ulbricht, der im "Deep Web" unter dem Namen "Dread Pirate Roberts" bekannt war. Mit virtuellen Bitcoins wollen die Ex-Nutzer der Website dem Festgenommenen bei der Begleichung seiner Anwaltskosten helfen.

Aber auch wenn sich der Untergrund neu organisiert: Aufgescheucht hat der FBI-Schlag die Online-Dealer offenbar schon. Während in den USA offenbar weiterhin viele Nutzer illegale Ware über das TOR-Netzwerk und seine illegalen Handelsplattformen verkaufen, scheint zumindest in England etwas Ruhe einzukehren. Dort würden Nutzer seit der "Silk Road"-Schließung online über eine Drogenknappheit klagen, berichtet die Seite. Ein Indiz dafür, dass die Dealer es mit der Angst zu tun bekommen haben. Zumindest für den Moment.

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