Sa, 21. Juli 2018

"Ja, ich habe Krebs"

24.09.2013 12:03

Prammer will Amt trotz Krankheit weiter ausüben

Mit den Worten "Ja, ich habe Krebs" hat Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Dienstag jene Diagnose bekannt gemacht, wegen der sie sich vor knapp zwei Wochen vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Die Parlamentschefin wird trotz der Erkrankung ihre Amtsgeschäfte ab sofort wieder voll aufnehmen: "Von nun an gehen wir wieder ins Tagesgeschäft." Außerdem will Prammer, sofern die SPÖ bei der Wahl wieder stärkste Kraft wird, neuerlich als Nationalratspräsidentin kandidieren.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Christoph Zielinski, der als Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie am Wiener AKH zu ihrem Behandlungsteam gehört, informierte die Präsidentin, dass sie in der vergangenen Woche bereits die erste Therapie hinter sich gebracht habe. An welcher Art von Krebs sie leidet, sagte Prammer mit Hinweis auf ihre Privatsphäre nicht.

Dass sie mit der Krankheit überhaupt an die Öffentlichkeit gegangen ist, erklärte die Präsidentin damit, dass sie auch einer Stigmatisierung von Krebspatienten entgegentreten habe wollen. Zielinski würdigte ausdrücklich diesen "sehr ungewöhnlichen Schritt".

Diagnose ein "schwerer Schock"
Prammer bekannte, dass die für sie überraschende Diagnose ein "schwerer Schock" gewesen sei. Die Krankheit sei aber kein Anlass aufzugeben: "Ich werde kämpfen." Sie sei auch sehr zuversichtlich, ihr Amt weiter ausüben zu können: "Ein Risiko bleibt, aber wer lebt schon ohne Risiko?"

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Zielinski versicherte, dass Prammer ihre Tätigkeit ohne Einschränkungen werde fortführen können. Krebs habe sich zu einer chronischen Erkrankung entwickelt, von der Menschen nicht mehr aus dem Leben gezogen würden. Es gebe Therapien, die ein normales Leben ermöglichten und durch ambulante Behandlungen nicht einmal einen großen Zeitaufwand nach sich zögen.

"Ich nehme die Arbeit wieder auf"
Dementsprechend meinte die Präsidentin dann auch: "Ich nehme die Arbeit wieder auf." Sie werde bereits am Mittwoch die von der FPÖ beantragte Sondersitzung des Nationalrats leiten. An der Wahlkampagne der SPÖ Oberösterreich, deren Spitzenkandidatin Prammer ist, wird sie zwar nicht mehr teilnehmen, wohl aber an der Abschlussveranstaltung der Bundespartei am Freitag.

Der Dank der Präsidentin galt neben ihrer Familie vor allem dem Zweiten Nationalratspräsidenten Fritz Neugebauer, der sie in den letzten Tagen nicht nur vertreten habe, sondern ihr auch sehr freundschaftlich zur Seite gestanden sei, sowie Kanzler Werner Faymann, der sich voll hinter sie als Nationalratspräsidentin gestellt habe. Auch die guten Wünsche von Parlamentsmitarbeitern und aus der Bevölkerung erwähnte Prammer, die auch den Medien für die respektvolle Berichterstattung dankte.

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