Im Weißen Haus brodelt es offenbar nach der Sicherheitspanne rund um einen Gruppenchat der US-Regierung. Der Druck auf Präsident Donald Trump wächst. Einem Medienbericht zufolge hat nun offenbar Vizepräsident J.D. Vance den Rauswurf des Nationalen Sicherheitsberaters gefordert.
Mike Waltz (51) hatte, wie berichtet, in der Vorwoche versehentlich den Chefredakteur des „Atlantic“-Magazins in eine geheime Chatgruppe eingeladen, wo Bombenangriffe auf die schiitische Houthi-Miliz im Jemen besprochen wurden. Neben Waltz und Vance gehörten auch Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegesth und Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard zu den Teilnehmern.
Wenige Tage nach Erscheinen eines Artikels über die Sicherheitspanne tauchten auch Kontaktdaten der wichtigsten Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump im Internet auf. Recherchen des deutschen Nachrichtenmagazins „Spiegel“ förderten Mobilnummern, Mailadressen und teilweise Passwörter zutage.
Lasen auch ausländische Agenten mit?
Die Recherche belegte eine weitere gravierende Sicherheitslücke in Washington. Über die öffentlich verfügbaren Daten, die der „Spiegel“ entdeckte, könnten feindliche Geheimdienste die Kommunikation der Betroffenen hacken, indem sie deren Endgeräte mit Spähsoftware infizieren. Es wäre daher denkbar, dass ausländische Agenten mitlasen, als Gabbard, Waltz und Hegseth unlängst einen Militärschlag besprachen.
Obwohl der Präsident nach außen hin seinen Nationalen Sicherheitsberater in Schutz genommen und den Signal-Zwischenfall als Kleinigkeit abgetan hatte, fragte Trump laut dem Nachrichtenportal „Politico“ im Kreis seiner Vertrauten, ob er Waltz entlassen sollte. Den Angaben zufolge wären Vance und auch Trumps Stabschefin Susie Wiles.
Vance und die „erbärmlichen Europäer“
Vance kam in dem Chat gar nicht gut weg, denn er kritisierte den von Trump angeordneten Angriff, der den „erbärmlichen Europäern“ helfe. Für sie sei nämlich der Suezkanal viel wichtiger als für die Amerikaner. Doch offenbar will Trump, auch wenn er vielleicht insgeheim Waltz schon fallen lassen möchte, den oppositionellen Demokraten und den ihm kritisch gegenüberstehenden Medien nicht diesen Triumph gönnen. Die Nachrichtenseite „Axios“ mutmaßt, dass Trump wohl viel mehr ärgert, dass sein Nationaler Sicherheitsberater die Handynummer des „Atlantic“-Chefredakteurs besitzt und mit diesem Kontakt hat. Denn Jeffrey Goldberg gilt als großer Kritiker des Staatschefs.
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