Lösungen gesucht

Frau von Schiff überfahren: Unglücksort überprüft

Österreich
09.08.2013 08:38
Eine Kommission hat am Donnerstag jenen Unfallort in Kärnten überprüft, an dem am Sonntagnachmittag eine 65-jährige Schwimmerin ums Leben gekommen war. Die Frau war vom Sog eines ablegenden Linienschiffes in die Antriebsschraube gezogen und dabei tödlich verletzt worden. Ein neues Sicherheitskonzept für das Strandbad und verstärkte Hornsignale sollen in Zukunft Badegäste schützen.

Wie konnte dieser Unfall passieren? Dieser Frage gingen am Donnerstag mehrere Sachverständige des Landes nach. Es wurde kontrolliert, ob alle rechtlichen Bestimmungen seitens des Badbetreibers und des Schiffskapitäns eingehalten worden waren. Aber auch, ob Schwimmen neben der Anlegestelle ohne Gefahr möglich ist. Denn im Umkreis von 100 Metern um eine solche Schiffsanlegestelle herrscht vom Gesetz her eigentlich Badeverbot.

Das Strandhotel in Seeboden gibt es bereits seit 1889, Schiffe legen erst seit 1947 dort an. Das Badeverbot in der Nähe solcher Anlegestellen wurde im Jahr 1990 beschlossen. Dieses Jahr gab es eine Novellierung, die besagt, dass zur Absicherung gefährlicher Stellen Bojen und große Tafeln anzubringen sind. Doch wer diese Sicherheitsmaßnahmen zu treffen hat, steht nicht fest.

Vize-Bürgermeister "100-Meter-Regelung ist nicht umsetzbar"
Fakt ist, in Seeboden gibt es keine derartigen Bojen, die den Schwimmbereich kennzeichnen. Vize-Bürgermeister Christian Tribelnig dazu: "Bis jetzt hat es nie irgendwelche Vorfälle im Strandbad gegeben und diese 100-Meter-Regelung ist praktisch nicht umsetzbar. Da dürfte es in ganz Seeboden keine einzige Anlegestelle mehr geben." 

Auch Herbert Neubauer von den Bundesforsten ist dieser Meinung: "An fast jedem See gibt es Bäder direkt neben Schiffsanlegestellen. Die kann man nicht alle zusperren und jeder Schwimmer hat auch eine gewisse Eigenverantwortung. Es ist absolut unmöglich, alles zu kontrollieren."

Sicherheitskonzept in Arbeit
Nun wird intensiv nach Lösungen für das Strandbad gesucht. Alle Beteiligten haben sich darauf geeinigt, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten, wie dieses aussehen soll, wird eine Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten klären.

"Als unmittelbare Sofortmaßnahme werden alle Schiffe beim An- und Ablegen - neben den üblichen Signalen - verstärkt mit Megafon und Hornsignalen die Schwimmer warnen", erzählt Tribelnig. Weiters werden sämtliche Anlegestellen von den Behörden geprüft, um mögliche Mängel festzustellen.

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