Die ägyptische Regierung hat einen Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens präsentiert. Dieser würde 53 Milliarden US-Dollar kosten und eine Umsiedelung der Bevölkerung vermeiden. Der Plan ist auf fünf Jahre angelegt und steht im Gegensatz zu der Vision der „Riviera des Nahen Ostens“ von US-Präsident Donald Trump.
Ägyptens Vorhaben umfasst Investitionen in Infrastruktur und Wohnungsbau, darunter einen Hafen, ein Technologiezentrum, einen Flughafen und Strandhotels. In einer ersten Phase sollen 200.000 von insgesamt 400.000 geplanten Wohneinheiten entstehen. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Bewohnerinnen und Bewohner in Übergangsunterkünften untergebracht und der Schutt geräumt werden.
Die zweite Phase sieht dann dauerhafte Häuser für die Bevölkerung und Infrastrukturprojekte wie einem Fischerhafen und Flughafen vor. Der Plan ist auf fünf Jahre angelegt, 4,5 davon für die zweite Phase.
Finanzierung unklar
Der ägyptische Plan würde 53 Milliarden US-Dollar kosten. Wie der Wiederaufbau des Gazastreifens finanziert werden soll, ist unklar. In der Abschlusserklärung des arabischen Gipfels werden die internationale Gemeinschaft und Geldgeber zu rascher Hilfe aufgefordert. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sagte am Dienstag, dass palästinensische Fachleute die humanitäre Hilfe überwachen und den Gazastreifen übergangsweise verwalten sollen, bis die Palästinensische Autonomiebehörde zurückkehren könne.
Die Hamas, die derzeit im Gazastreifen herrscht, würde laut dem Plan hingegen weitgehend entmachtet werden. Dennoch begrüßte sie den neuen Plan Ägyptens. Die Hamas hatte 2007 nach einem kurzen Bürgerkrieg die Palästinensische Autonomiebehörde aus dem Gazastreifen vertrieben und seither jegliche Opposition unterdrückt.
Al-Sisi zeigte sich übrigens zuversichtlich, dass auch Trump zu einer Friedenslösung in der Region beitragen könne. Zuvor war dessen Vorschlag von arabischer Seite scharf kritisiert worden.
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