10.07.2013 17:55 |

Tour de France

Zeitfahren geht an Martin, Cavendish mit Urin bespritzt

Der Brite Christopher Froome hat seine Führung bei der 100. Tour de France mit einer starken Vorstellung im ersten Einzelzeitfahren kräftig ausgebaut. Der Olympia-Dritte musste am Mittwoch im 33 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr um die Bucht des Weltkulturerbes Mont St. Michel in der Normandie nur Weltmeister Tony Martin um zwölf Sekunden den Vortritt lassen. Deutlich unangenehmer verlief der Tag für Sprintstar Mark Cavendish: Der wurde von einem Zuschauer mit einem Beutel voll Urin bespritzt.

In der Gesamtwertung liegt Froome nach 11 von 21 Etappen nun schon 3:25 Minuten vor seinem ersten Verfolger Alejandro Valverde aus Spanien, dem er genau zwei Minuten abnahm. Hinter Valverde (13. im Zeitfahren) folgt im Gesamtklassement unverändert Bauke Mollema (+ 3:37). Der Niederländer belegte im Zeitfahren Rang elf. Neuer Vierter ist der zweifache Tour-Sieger Alberto Contador (3:54), der als 15. allerdings ein weiteres Mal nicht an seine glanzvollen Zeitfahrvorstellungen vor seiner Dopingsperre anschließen konnte.

Dritthöchstes Durchschnittstempo bei Zeitfahren
Der mehr als drei Stunden vor den Klassementfahrern in das flache und von wechselnden Windbedingungen geprägte Zeitfahren gestartete Martin raste mit 54,27 km/h zum bereits vierten deutschen Erfolg bei der Jubiläumstour. Das ist die drittschnellste Durchschnittsgeschwindigkeit bei einem Zeitfahren in der Tour-Geschichte. "Ich habe nicht gedacht, dass Froome noch so nahe an mich herankommt. Dieser Sieg hat mir und dem Team sehr gut getan", meinte der in der ersten Rennwoche schwer gestürzte Deutsche nach seinem zweiten Etappenerfolg nach jenem im Jahr 2011.

Cavendish von Zuschauer mit Urin bespritzt
Höchst unerfreulich verlief der Tag hingegen für seinen Omega-Pharma-Teamkollegen Mark Cavendish. Der Sprintstar wurde während seiner Fahrt von einem Zuschauer mit Urin bespritzt. Der Brite sei "eher traurig als verärgert", teilte sein Rennstall mit. Cavendish selbst, der auf der Strecke auch ausgebuht worden war, wollte sich nicht äußern. Die Urin-Attacke könnte im Zusammenhang mit dem Sturz des Niederländers Tom Veelers am Vortag stehen, den Cavendish im Massensprint kurz vor dem Ziel touchiert und zu Fall gebracht hatte. Von der Jury wurde er deshalb nicht belangt.

Froome: "Nicht gegen Tony Martin gefahren"
"Ich bin nicht gegen Tony Martin gefahren, sondern gegen die anderen Klassementfahrer. Das Ziel war, soviel Zeit wie möglich auf sie herauszuholen", erklärte wiederum Froome und gab sich zuversichtlich, die Führung in den nächsten Tagen behalten zu können. Bis Paris sei es aber noch ein langer Weg. "Man hat am vergangenen Sonntag gesehen, dass es auch schwierige Tage geben kann. Es wird schwer, das Gelbe Trikot bis zu Ende zu tragen", so der Brite.

Am Donnerstag folgt wieder eine Sprintetappe. Dominator Froome wird sich wohl erst wieder am Sonntag bei der Bergankunft am Mont Ventoux so richtig bewähren müssen.

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