05.10.2005 13:45 |

Auto-Elektronik

Elektronik macht uns oft zu Sklaven der Technik

Eingesperrt im eigenen Auto, da sich die Türen plötzlich nicht mehr öffnen lassen oder eine verrückt spielende Klimaanlage: Neuwagen haben immer häufiger Elektronikprobleme. Elektronik macht das Auto besser - aber nur, wenn sie funktioniert. Ansonsten macht sie uns zu Sklaven der Technik.

Die Reparaturen eines elektronischen Defektes sind oft überdurchschnittlich aufwändig und nicht immer kann auf Anhieb die Ursache gefunden werden. 

Für die genervten Fahrzeugbesitzer stellt sich dann häufig die Frage, wie viele vergebliche Reparaturversuche sie in Kauf nehmen müssen und ob sie den Kaufvertrag aufgrund dieser Mängel annullieren können. "Gemäß den gesetzlichen Gewährleistungsbestimmungen kommt man aus dem Vertrag nur dann wieder heraus, wenn die Mängel schwer, wesentlich und unbehebbar sind. Wesentlich ist zum Beispiel alles, was sicherheitsrelevant ist, also eine Gefahr für den Fahrer darstellt und den normalen Gebrauch des Fahrzeuges unmöglich macht", so ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka. Solche Mängel können beispielsweise Bremsen, Motorelektronik oder Airbags betreffen. 

"Die Gewährleistung verpflichtet den Verkäufer, die mangelhafte Sache rasch und kostenlos zu reparieren oder auszutauschen. Ist dies nicht möglich, kann der Käufer eine Preisreduktion oder - bei wesentlichen und unbehebbaren Mängeln - die Auflösung des Vertrages durchsetzen." 

Lästiges Nachbessern
Bei "unwesentlichen" Mängeln, die zwar genauso lästig sind, aber die Verwendung des Fahrzeuges und die Sicherheit nicht beeinträchtigen, besteht meist nur ein Recht auf neuerliche Reparatur ohne Anspruch auf zwischenzeitlichen Leihwagen oder Ersatz von Taxikosten. Dazu gehört etwa ein unwilliges Navigationssystem, Lichtsensoren, die nicht reagieren oder eine verrückt spielende Klimaautomatik.
 

"Diese Situation ist für die Konsumenten unbefriedigend. Der neue Wagen bietet nicht die Leistung und den Komfort, den sich der Käufer im Regelfall erwarten darf. Der Kunde muss es aber hinnehmen und eine Menge Ärger und Zeit investieren", so die Club-Expertin. Der ÖAMTC fordert den Gesetzgeber auf, die gesetzlichen Gewährleistungsbedingungen auf EU-Ebene zu überdenken. Andernfalls bleiben, auf lange Sicht, die Autofahrer auf der Strecke.  

Nicht aufs Auto, auf die Werkstatt kommt es an
Wir wollen weder die elektronischen Helferlein, die uns das Autofahrerleben so angenehm machen, wenn sie funktionieren, verteufeln, noch Autohersteller verteufeln. Probleme gibt es bei allen Herstellern. Wohl dem, der eine gute Werkstatt hat.

Montag, 21. Juni 2021
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