Auch Vater verurteilt

Neun Tote in Serbien: Höchststrafe für Amokläufer

Ausland
12.12.2024 22:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seine Bluttat hatte im Vorjahr ganz Serbien erschüttert. Nun ist jener Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, der am 4. Mai 2023 aus dem fahrenden Auto in mehreren Dörfern mit einem Schnellfeuergewehr auf Passanten geschossen und neun Menschenleben ausgelöscht hatte.

Seine Opfer waren zwischen 14 und 25 Jahren alt. Zwölf weitere Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Da der Täter, Uros Blazic, zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war, erhielt er die für sein Alter mögliche Höchststrafe. Lebenslange Haft ist in Serbien nur für Menschen ab 21 Jahren möglich.

Anwalt: „Keine volle Gerechtigkeit“
Der Anwalt der Hinterbliebenen, Stefan Stefanovic, zeigte sich zufrieden damit, dass Blazic die Höchststrafe erhielt. Die Dauer der Haft sei dennoch nicht lang genug. „Die Familien haben keine volle Gerechtigkeit erfahren“, kritisierte er. „Was muss noch geschehen, damit die Exekutiv- und Legislativbehörden das Gesetz ändern?“, frage er.

Angeklagter zeigt Reue: „Ich verdiene Höchststrafe“
Der Angeklagte hatte sich Ende August vor Gericht schuldig bekannt und Reue bekundet. „Das sind scheußliche Taten, die ich begangen habe. Ich verdiene die Höchststrafe“, sagte er. „Ich kann nur sagen, dass ich schuldig bin und bereit, die Folgen zu tragen“, fügte er hinzu. 

Der Vater des Täters wurde wegen illegalen Schusswaffenbesitzes ebenfalls zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwaltschaft warf ihm vor, „die Voraussetzungen für die Straftat geschaffen“ zu haben, indem er die für das Massaker genutzte Waffe erworben habe. Zudem seien andere Schusswaffen im Haus der Familie gefunden worden. 

Schuldspruch in Rekordzeit gefällt
Der Prozess gegen Blazic fand in einem Hochsicherheitsgefängnis statt, in dem normalerweise Prozesse gegen das organisierte Verbrechen oder Kriegsverbrechen abgehalten werden. Er wurde nach wütenden Protesten von Angehörigen der Opfer dorthin verlegt. Zudem dauerte das Verfahren nur vier Monate – eine Rekordzeit für die serbische Justiz.

Der Amoklauf hatte sich nicht einmal 24 Stunden nach einem Massaker an einer Belgrader Volksschule mit zehn Toten ereignet. Ein 13-Jähriger stürmte mit einer Pistole in seine Schule und richtete die Waffe auf Schülerinnen und Schüler. Als unmittelbare Reaktion auf die beiden Bluttaten ordnete Präsident Aleksandar Vucic eine große Entwaffnungskampagne an.

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