Dreijähriger starb

Vater: “Unser kleiner Niki ist jetzt im Himmel”

Österreich
15.04.2013 16:58
Es sind die wohl schlimmsten Momente im Leben von Eltern, wenn sie ihre eigenen Kinder zu Grabe tragen müssen. Familie P. aus Wien durchlebt nun diese schwere Zeit. Der dreijährige Nicolas war am Freitagabend auf ein Sofa geklettert und in die Schlinge einer Vorhangschnur gestürzt. Sein Vater - er bereitete das Essen zu - fand den leblosen Körper und versuchte seinen jüngeren Sohn noch zu reanimieren. Am Montagvormittag starb Niki im Spital. Günther P. schilderte "Krone"-Reporter Florian Hitz die letzten Momente: "Unser Niki ist jetzt im Himmel."

In der sonnendurchfluteten Wohnung der Wiener Familie kehrte am Freitagabend der Schatten des Unglücks ein. Die Eltern waren eigens in größere Räumlichkeiten umgezogen, um den Kindern ein schöneres Zuhause zu bieten. Doch jetzt ist in dem Haus in der Trogergasse in Penzing nichts mehr, wie es war.

"Die beiden haben sich heiß geliebt"
"Wo ist denn der Niki", fragt sein älterer Bruder Gerald. Der Fünfjährige, der mit dem Downsyndrom zur Welt gekommen war, verlor durch die Tragödie seinen innig geliebten Bruder, der ihn in der Entwicklung mitgerissen hatte. Er weiß noch nicht, dass er seinen kleinen Bruder nie mehr sehen wird. "Die beiden haben sich jeden Tag in der Früh ein Bussi gegeben", so Vater Günther P.

"Nicolas sah nicht nur wie ein Engel aus. Er war auch einer. Ohne darauf hingewiesen zu werden, hat er schon als ganz kleines Kind viele Dinge, sogar Schokolade, die er heiß liebte, mit seinem Bruder Gerald geteilt", berichtet der Vater. Mit seinen dreieinhalb Jahren stellte Niki seinen Papa vor unglaubliche Aufgaben: "Papa, was ist das, Elektrizität?"

Doch mit einem Schlag wurde alles anders - in nur einem Moment an jenem Freitagabend. Der Angestellte hatte noch verzweifelt versucht, seinen Sohn durch Mund-zu-Mund-Beatmung zu helfen, doch für den Buben gab es keine Rettung mehr. Er war zu lange ohne Luft in der Schlinge gehangen.

"In Wirklichkeit hatte er nie eine Chance"
"Am Sonntagvormittag bäumte sich der kleine Körper in der Intensivstation des SMZ Ost noch einmal auf. Es ging ein Zittern durch ihn. Damit reagierte Niki wohl mit letzter Kraft auf unsere Anwesenheit. Doch in Wirklichkeit hatte er nie eine Chance", sagt Günther P. mit stockender Stimme. 

Die Großeltern der Buben reisten aus Grenoble (Frankreich) an, um der leidgeprüften Familie beizustehen - und müssen jetzt ihren Enkel begraben. "Ein Kind auf die Welt zu bringen tut sicher sehr weh. Ein Kind wie Nicolas zu verlieren tut noch tausendmal mehr weh. Wir lieben ihn immer, und er fehlt uns allen so sehr. Er ist jetzt im Himmel", so Günther P.

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