Keine Gewalt, kein Hass, keine Ausschreitungen! Das Grazer Fußball-Derby soll am kommenden Samstag wieder sportlich für Schlagzeilen sorgen. Eine engagierte Gruppe von Fans will den respektvollen Umgang miteinander noch einmal unterstreichen, startete auf Social Media eine Initiative für mehr Derbykultur und fand dabei schon prominente Unterstützer...
Als Grazer muss man sich meistens schon in der frühen Kindheit entscheiden. Rot oder Schwarz. Dabei geht es nicht um Parteien, sondern um den Fußball. Welchem Klub schenkst du dein Herz, wem drückst du die Daumen? Kennen Sie auch, oder?
„Bist du Sturm oder GAK?“ Es sind die Fragen, die schon in der Volksschule gestellt werden. Es geht dabei natürlich nicht um Leben oder Tod – und doch ist es irgendwie eine (sportliche) Grundsatzentscheidung. Man steht dahinter, hält die Treue – in guten wie in schlechten Zeiten.
Und dann kommen da die Derbys. Wie diesen Samstag. Noch dazu das erste Liga-Duell seit 17 Jahren. Gewinnt die eigene Mannschaft freut man sich – auch, weil die andere Mannschaft verliert. Der geliebte Feind. Man häkelt die Kollegen, es rennt der Schmäh. Es laufen Derbywetten und, und, und.
In der jüngsten Vergangenheit ist diese so schöne Derbykultur zu oft in den Hintergrund gerückt. Gewalt und Hass beherrschten die Schlagzeilen – mehr als die sportlichen Resultate. „Dabei ist es ja gerade die Derbykultur, die die Spiele zwischen Sturm und GAK so besonders machen“, meint Elke Murlasits, Nichte von Sturm-Legende Alfred, die gemeinsam mit Freunden und Bekannten nach den häufiger auftretenden Ausschreitungen zuletzt im Fußball nicht mehr einfach so zusehen wollte und eine Initiative über Social Media einleitete. Das Motto, das nun auch beim 200. Grazer Derby am Samstag vorherrschen soll: Rivalität: ja. Hass und Gewalt: nein. Mit einem eigens auf Instagram programmierten Fotofilter kann man mitmachen.
Für positive Grazer Derbykultur
Murlasits: „Nach den Ausschreitungen – auch zuletzt beim Wiener Derby – wurde uns klar, dass es wichtig ist, bereits im Vorfeld aktiv zu werden und nicht erst danach Scherben zusammen zu kehren. Daher haben sich Fans von Schwarz und Rot zusammengetan, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen“, sagt Murlasits über die vereinsunabhängige Initiative. „Wir setzen uns ganz im Sinne der langen Tradition für eine positive Grazer Derbykultur ein. So, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen und leben. Es soll wieder Schmäh statt Gewalt das Spiel dominieren.“
Von Drexler bis Steinbäcker
Und zahlreiche Prominente unterstützen die Derby-Botschaft. Wie Landeshauptmann Christopher Drexler und Stellvertreter Anton Lang, die Musik-Legenden Gert Steinbäcker und Ewald Pfleger oder die Fußballtrainer Adi Hütter und Christian Peintinger. Sie alle zeigen, dass es mit Respekt zwischen Rot und Schwarz funktionieren kann. „Ein Derby ist ein Fußballfest, das haben manche vergessen. Aber wir wünschen uns , dass diese Freude wieder spürbar ist.“ Und der Sport im Mittelpunkt steht.
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