Ermittler haben laut Europol eine Kommunikationsplattform des internationalen Verbrechens ausgeschaltet. Kriminelle weltweit nutzten die Plattform „Ghost“ und ihre Verschlüsselungstechniken für Drogenhandel, Geldwäsche und Gewalttaten, wie die europäische Polizeibehörde in Den Haag mitteilte.
„Ghost“ war nach Europol-Angaben für Verbrecherbanden wegen seiner ausgeklügelten Sicherheitsvorkehrungen attraktiv. Dazu gehörte etwa eine dreifache Verschlüsselung von Nachrichten und das automatische Löschen von Nachrichten auf dem Handy. Weltweit hätten mehrere tausend Menschen das Netzwerk genutzt. Täglich seinen rund 1000 Nachrichten darüber verbreitet worden.
Server von „Ghost“ waren schlussendlich jedoch in Frankreich und Island gefunden worden, die Eigentümer des Unternehmens in Australien und Finanzmittel in den USA entdeckt worden. Es habe seit Beginn der Ermittlungen im Frühjahr 2022 mehrere Durchsuchungen und technische Eingriffe gegeben.
51 Verdächtige verhaftet
Insgesamt 51 Verdächtige wurden nach Angaben von Europol nun festgenommen – 38 in Australien, elf in Irland sowie jeweils einer in Kanada und Italien, wobei Letzterer zur italienischen Mafia-Gruppe Sacra Corona Unita gehört. Drogen, Waffen und eine Million Euro in Bargeld wurden beschlagnahmt. Ermittler aus neun Ländern waren an der Operation beteiligt.
„Wenig Chancen“
Das organisierte Verbrechen nutze in großem Stil neue Techniken für die Verschlüsselung, um ihre Sicherheit vor Strafverfolgung und ihre Anonymität zu gewährleisten, teilte die europäische Polizeibehörde mit. Noch so geheime Kommunikationen hätten gegen die internationalen Anstrengungen jedoch wenig Chancen, sagte Europol-Chefin Catherine De Bolle.
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