01.03.2013 09:00 |

Neuheit aus Kärnten

"Interior Cave": Virtuelle Realität für die Raumgestaltung

Einrichten macht Spaß! Vorausgesetzt, es klappt alles mit der Planung und das Endergebnis bewährt sich dann auch im täglichen Leben. Einrichtungsexperten wissen nur zu gut um die vielfältigen Fallen, über die man beim Auswählen der Möbel oder Farben bzw. der Anordnung im Raum stolpern kann. Eine weltweit einzigartige virtuelle Realität aus Kärnten, genannt "Interior Cave", soll nun für eine völlig neue "Echterlebnis-Raumplanung" sorgen.

Fehler in der Einrichtung können unangenehm sein. Denn nicht gut durchgeplante Anordnungen, Fehleinschätzungen der Raumdimensionen oder schlichtweg "verpfuschte" Farb- und Designzusammenstellungen beeinträchtigen einen harmonischen und reibungslos funktionierenden Wohn-Alltag.

Zudem kommt eine großzügigere Neueinrichtung von Küche, Wohn-, Schlafzimmer oder Bad auch kostenmäßig ziemlich teuer – das Ergebnis sollte daher so optimal wie nur möglich sein. Zwar stellen viele Einrichtungshäuser gerade bei größeren Projekten eigene Planungsberater zur Verfügung, doch der individuelle, ganz persönliche Wohlfühlfaktor im Wohnalltag der Kunden ist – auch bei größter Fachkompetenz – nur schwer herauszufiltern.

Die häufigsten Einrichtungsfehler
Ganz klar, so die einschlägigen Wohn-Experten: Der häufigste Fehler liegt in der Raumplanung. Zum einen wird häufig die Einrichtung auf den Grundrissen in Bezug auf die Platzverhältnisse völlig unrealistisch dargestellt. Möbelstücke werden mit ihren reinen Maßen auf Skizze oder Plan "gestellt", auf einen zusätzlichen, richtig dimensionierten, Freiraum, damit die Möbel dann auch reibungslos "funktionieren", wird häufig vergessen. Zum anderen täuschen aber auch die Dimensionen bei der Auswahl in Möbelhäusern. Dort wirken Möbel oft platzsparender und zierlicher als später in der eigenen Wohnung.

Der berühmte "Schnur-Trick" – man legt mittels Schnur die vorgesehenen Möbelmaße im Raum aus – kann zwar so manchem Fehler vorbeugen, vermittelt aber auch nicht jedem eine zutreffende Vorstellung vom Endergebnis. Komplizierter wird die Sache noch, wenn es um die Wirkung von Möbeln in einem ganz bestimmten Raum geht. Denn nicht alle Möbel kommen auch in jedem Raum und in jeder Position optimal zur Geltung – ganz unabhängig von den Proportionen.

Die dritte Dimension in der Innenraumplanung
Der "Interior Cave" des Kärntner Unternehmens Lichtenegger ist nun laut Angaben der Firma die weltweit erste virtuelle Realität seiner Art in der Raumgestaltung und soll die Innenraumplanung künftig geradezu revolutionieren. Zumindest für die Kunden des Unternehmens mit Hauptsitz im Kärntner Wolfsberg. Zwar sind als Zielgruppen für das neue virtuelle Raumerleben (noch) in erster Linie Unternehmen wie Hotels, Shopbesitzer etc. sowie Architekten und Innenraumdesigner angedacht – doch auch Privatpersonen soll dieses dreidimensionale Raum-Erleben zugänglich sein.

Was allerdings – virtuelle Welten hin oder her – ganz herkömmlich mit einer Anreise zum Unternehmen verbunden ist. Dafür kann der Kunde dann entsprechende Visualisierungen via Fotos oder Videoclips mit nach Hause nehmen.

Die Cave-Technik in der Innenraumgestaltung
Der Begriff CAVE (Cave Automatic Virtual Environment) steht ganz allgemein für einen dreidimensionalen Raum, in der Realität virtuell projiziert wird. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten der Umsetzung. Am häufigsten kommt ein Kubus zum Einsatz, der bis zu sechs Projektionsflächen beinhalten kann. Die Cave-Technik wird heute vor allem in der Konstruktion von Autos, bei der Geräteherstellung, im Trainings- und Ausbildungsbereich sowie in der medizinischen Forschung verwendet.

"Die Art und Weise, wie wir die Cave-Technik verwenden, macht den 'Interior Cave' weltweit einzigartig. Er ist alltagstauglich und praxisorientiert. Die Bedienung ist einfach, die Umsetzung schnell. Wir haben uns überlegt, wie wir unseren Kunden ein möglichst reales Bild der fertigen Einrichtung liefern können", betont Hartwig Schönhart, Geschäftsführer von Lichtenegger Interior.

Zwei volle Jahre wurden in Planung und die aufwendige Umsetzung investiert. Der Kubus projiziert auf insgesamt vier Wand- und Fußbodenflächen Räume, Einrichtungsgegenstände, Pflanzen, Lichter und Accessoires in realen Bildgrößen.

Realistische Raumdarstellung in Echtzeit
Künftige Gäste des "Interior Cave" können sich mit einer einfachen Touch-Steuerung und einer 3D-Brille flexibel in den Räumen umsehen. Die Position und die Bewegung ihres Kopfes werden dabei von Sensoren erfasst und direkt in die realistische Veränderung von Blickwinkeln und Darstellung umgesetzt. Räume, Einrichtungsgegenstände und Accessoires werden realistisch und detailgetreu simuliert. Das Auge kann so ohne Problem zwischen Leder und Holz, zwischen Textilien und Glas oder auch zwischen Metall, Plastik und Stein unterscheiden.

Der fertige 3D-Plan eines Innenraum-Designs braucht zehn Minuten, um im "Interior Cave" als Vollraumdarstellung angezeigt zu werden. Änderungen werden so direkt vor Ort vorgenommen und sind in wenigen Minuten originalgetreu erlebbar.

Bleibt noch die Frage der Kosten für Privatpersonen: Zurzeit werden verschiedene Leistungspakete (auch) für die Endverbraucher zusammengestellt. Eindeutige Zielsetzung dabei ist es, dieses neue virtuelle Raumerleben auch für Privathaushalte leistbar zu machen. Je nach mitgebrachten Unterlagen (gute Skizzen, einfache Grundrisse, Pläne), Zeitaufwand etc. soll dies ab rund 1.000 Euro möglich sein. Sicherlich kein billiger Spaß – bei größeren Projekten aber, wie z.B. Hausbau, Wohnungskauf etc. unter Umständen eine gute Investition.

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