Aus Haft entlassen

Burgenländer (40): “Das alles ist ein einziger Albtraum”

Österreich
22.02.2013 17:20
Aufatmen heißt es für den zweifachen Familienvater Gerald G. aus dem Burgenland - vorerst. Der 40-Jährige saß seit 29. Jänner in U-Haft, weil er Anfang des Jahres in Ungarn eine Trafik überfallen haben soll. Er streitet die Vorwürfe weiterhin ab, vielmehr habe die Tat ein äußerst ähnlich gekleideter Mann begangen. Nach einem Lokalaugenschein am Donnerstag wurde der Asfinag-Mitarbeiter jedenfalls aus der Haft entlassen und durfte seine Ehefrau sowie seine Söhne wieder in die Arme schließen. "Das alles ist ein einziger Albtraum", so der 40-Jährige.

Nach drei langen Wochen durfte Gerald G. endlich nach Hause zu seiner Familie. "Die Staatsanwaltschaft hat sich überzeugen lassen, dass keine Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr vorliegt", sagte sein Anwalt Geza Simonfay dem "Kurier". Die Ermittlungen dauern an, G. musste sich verpflichten, einer eventuellen Ladung der ungarischen Behörden Folge zu leisten. 

Die Vorwürfe gegen den 40-Jährigen wiegen schwer: So steht der zweifache Vater im Verdacht, am 2. Jänner im ungarischen Ort Köseg - nahe der österreichischen Grenze - eine Trafik überfallen zu haben. Die Tat wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen.

Täter mit Kapuze getarnt
Erdrückende Indizien, keine Frage, doch weiterhin bestreitet Gerald G., den Überfall begangen zu haben. Der Täter war auf den Aufnahmen mit einer Kapuze getarnt, daher nicht zu erkennen. Zudem war der 40-Jährige auch nach dem Überfall immer wieder Kunde in der Trafik - bis zu jenem Tag, an dem dort für ihn die Handschellen klickten. "Anfangs dachte ich, ungarische Zöllner überprüfen mich. Plötzlich wurden mir Handschellen angelegt", erinnerte sich der Asfinag-Mitarbeiter mit Schrecken an die Festnahme. "Ich dachte, das gibt's doch nicht. Ich bin unschuldig!"

Damit nicht genug, gerieten im Zuge der Ermittlungen der ungarischen Behörden auch ein Sohn des zweifachen Vaters sowie der Schwager ins Visier. Einer der beiden kommt für die Ermittler als Komplize infrage - auch hier stützen sich die Beamten auf Bilder aus der Überwachungskamera. Nach einem Verhör wurden die beiden allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt.

"Kann nur allen danken, die stets hinter mir standen"
Die Familie steht jedenfalls hinter G. und ist der festen Überzeugung, dass der Burgenländer zu Unrecht verdächtigt wird. "Uns geht es finanziell gut. Gerald hat gar keinen Grund, so etwas zu tun", sagt etwa seine Ehefrau Gerda, die nun froh ist, dass ihr Mann wieder nach Hause durfte. "Ich kann nur allen danken, die stets hinter mir standen. Lob gilt auch meinem ungarischen Anwalt", so der 40-Jährige.

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