Nach drei langen Wochen durfte Gerald G. endlich nach Hause zu seiner Familie. "Die Staatsanwaltschaft hat sich überzeugen lassen, dass keine Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr vorliegt", sagte sein Anwalt Geza Simonfay dem "Kurier". Die Ermittlungen dauern an, G. musste sich verpflichten, einer eventuellen Ladung der ungarischen Behörden Folge zu leisten.
Die Vorwürfe gegen den 40-Jährigen wiegen schwer: So steht der zweifache Vater im Verdacht, am 2. Jänner im ungarischen Ort Köseg - nahe der österreichischen Grenze - eine Trafik überfallen zu haben. Die Tat wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen.
Täter mit Kapuze getarnt
Erdrückende Indizien, keine Frage, doch weiterhin bestreitet Gerald G., den Überfall begangen zu haben. Der Täter war auf den Aufnahmen mit einer Kapuze getarnt, daher nicht zu erkennen. Zudem war der 40-Jährige auch nach dem Überfall immer wieder Kunde in der Trafik - bis zu jenem Tag, an dem dort für ihn die Handschellen klickten. "Anfangs dachte ich, ungarische Zöllner überprüfen mich. Plötzlich wurden mir Handschellen angelegt", erinnerte sich der Asfinag-Mitarbeiter mit Schrecken an die Festnahme. "Ich dachte, das gibt's doch nicht. Ich bin unschuldig!"
Damit nicht genug, gerieten im Zuge der Ermittlungen der ungarischen Behörden auch ein Sohn des zweifachen Vaters sowie der Schwager ins Visier. Einer der beiden kommt für die Ermittler als Komplize infrage - auch hier stützen sich die Beamten auf Bilder aus der Überwachungskamera. Nach einem Verhör wurden die beiden allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt.
"Kann nur allen danken, die stets hinter mir standen"
Die Familie steht jedenfalls hinter G. und ist der festen Überzeugung, dass der Burgenländer zu Unrecht verdächtigt wird. "Uns geht es finanziell gut. Gerald hat gar keinen Grund, so etwas zu tun", sagt etwa seine Ehefrau Gerda, die nun froh ist, dass ihr Mann wieder nach Hause durfte. "Ich kann nur allen danken, die stets hinter mir standen. Lob gilt auch meinem ungarischen Anwalt", so der 40-Jährige.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.