Es müssen nicht immer die hohen Gipfel sein, die uns tiefe Einblicke geben. Oft liegt das Gute so nah – wie der Tremmelberg in der Region Murtal.
Ein kleiner Berg mit einem hohen Turm, der viel zu sehen hat: Nebelschwaden liegen über dem größten inneralpinen Becken der Steiermark. Darunter versteckt liegt ein Teil des Bezirkes Murtal mit der gleichnamigen Tourismusregion und den Städten Knittelfeld, Judenburg, Spielberg und Zeltweg. Oberhalb des Nebels zeigt sich die weich geformte Mittelgebirgslandschaft der Glein- und Stubalpe im orangegoldenen Morgenlicht.
Diese nicht ganz 2000 m hohe Gebirgsgruppe verbindet die Obersteiermark mit dem Großraum Graz und der Ost-, Süd- und Weststeiermark. Geht der Blick in Richtung Westen, präsentieren sich die Seetaler Alpen mit dem 2396 m hohen Zirbitzkogel und dem knapp darunter liegenden Helmut-Erd-Schutzhaus. Das bekannte „Zirbitzkogel-Schutzhaus“ ist die zweithöchstgelegene Schutzhütte der Steiermark. Weiter im Uhrzeigersinn erheben sich in der Ferne die Wölzer- und Rottenmanner Tauern.
Blicken wir nun in Richtung Norden, eröffnet sich uns eine der einsamsten steirischen Bergregionen – die Seckauer Tauern, die mit ihren breiten und lang gezogenen Bergrücken und den auf über 2400 Meter kumulierenden Gipfeln einen besonderen Charme ausstrahlen. Das alles sehen wir von hier aus, dem „Turm im Gebirge“ am Tremmelberg, und spätestens jetzt verspüren wir den großen Wunsch, die Berge des Murtals kennenzulernen.
KLEINER BERG & HOHER TURM & MOTORSPORT
Ein kleiner Berg mit einem hohen Turm in einer motorsportgeprägten Region: Auf dem Tremmelberg stand bereits in den Fünfzigerjahren ein Funkturm. Zeitgleich, im Jahr 1957, wurde in Zeltweg das erste Motorsportrennen auf dem Flugplatz ausgetragen. Im Jahr 1969 wurde der Österreichring errichtet, der viele Jahre Austragungsort des Großen Preises von Österreich war. Nach Umbaumaßnahmen und mit neuem Namen „A1-Ring“ fanden wieder Formel-1-Rennen statt.
Zu dieser Zeit, im Jahr 1999, wurde im Rahmen einer Landesausstellung der 42 Meter hohe „Turm im Gebirge“ errichtet. Für diese imposante Holzkonstruktion, die aus zwei Türmen und einer Verbindungsplattform besteht, wurden 128 Kubikmeter Fertigbeton und 300 Kubikmeter Lärchenholz verarbeitet. Heute – 25 Jahre danach – ist der Turm nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel, das eine visuelle und akustische Verbindung zu einer der schönsten und modernsten Rennstrecken Europas darstellt.
Als „Dom im Gebirge“ wird die Basilika der Benediktinerabtei in Seckau bezeichnet. Die Abtei ist mit einem integrierten Gymnasium, der Dauerausstellung „Welt der Mönche“, den klostereigenen Betrieben und der Destillerie weit über die Grenzen der Steiermark bekannt.
Informationen: www.abtei-seckau.at und zur Region Murtal: www.murtal.at
DER SPIRITUELLE BEZUG
Der Name „Turm im Gebirge“ kommt nicht von ungefähr, wurden doch die Zwillingstürme der Basilika in Seckau nachempfunden, die als „Dom im Gebirge“ bezeichnet wird. Mit dem neu eröffneten „Pilgerpfad vom Dom zum Turm“ kann die Verbindung auf 4,4 km und 380 hm (ca. 1,5 Stunden Gehzeit im Aufstieg) von Seckau auf den Tremmelberg per pedes zurückgelegt werden. Die künstlerisch aufgefrischten Bildstöcke, die informativen Schautafeln, der attraktive Rastplatz mit dem „Aussichtsherz auf Seckau“ und die 300 Jahre alte Kalvarienbergkirche „Zum Heiligen Kreuz“ laden zum Innehalten und Naturgenießen ein.
Der „Turm im Gebirge“ ist durch ein Drehkreuz (2-Euro-Münze!) begehbar und führt über 200 Stufen zu einem eindrucksvollen Aussichtspunkt. Der Turm ist zudem ein Ort der Begegnung: hier treffen sich Wanderer, Nordic Walker, Läufer, Pilger und Weitwanderer. Der längste österreichische Weitwanderweg, der Zentralalpenweg 02 von Hainburg nach Feldkirch führt ebenso über den Tremmelberg wie der internationale Weitwanderweg Via Alpina und der Benediktweg, der auf den Spuren des hl. Benedikt von Spital am Pyhrn bis nach Slowenien führt.
Fazit: Ein kleiner Berg, der mit seinem hohen Turm, den Weitblick auf die Umgebung und die Einsicht in das Selbst eröffnet – es ist wie so oft, eine Frage der Perspektive!
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