Von langen Menschenschlangen, keiner Kontrolle über Lagerstände, verdrossenen Mitarbeitern mit Taschenrechnern und ausschließlich möglichen Barzahlungen berichteten Kunden im Lagerhaus St. Peter an der Au (NÖ). Auch viele andere Lagerhaus-Standorte dürften betroffen gewesen sein. Der zuständige Direktor des Lagerhauses Amstetten sieht ein „EDV-Problem, wie es das mittlerweile auch überall anderswo gibt“.
Nicht nur der Haus- und Gartenmarkt in St. Peter an der Au, sondern auch viele andere Standorte, wie Tankstellen und Supermärkte des großen Lagerhausverbundes sollen betroffen gewesen sein. So lauteten Meldungen, die die „Krone“ am Freitagnachmittag erreichten. In dem Markt im Bezirk Amstetten wurde von langen Kundenschlangen berichtet.
Mitarbeiter mit Taschenrechnern „bewaffnet“
„Sie haben keinen Überblick über den Lagerstand und sitzen bei der Kassa mit dem Taschenrechner. Sie können nicht mal mehr professionell Rechnungen ausdrucken“, schildert ein Kunde, der am Vormittag dort einkaufen war.
Ein weiterer Kunde berichtet, dass dies schon seit Donnerstag gegen 16 Uhr so gegangen sei und dass die Bewältigung der Kundenströme weitaus langsamer vonstattengehe. „Trotzdem haben Sie offen, sehr zum Verdruss der Mitarbeiter“, sagt er. Die einzige Möglichkeit sei jetzt, mit Bargeld zu zahlen. „Zum Glück haben wir ja noch etwas Bargeld mit, sonst hätten wir auch unseren kleineren Einkauf nicht mehr bezahlen können!“
Gratuliere, wenn das Bargeld abgeschafft werden soll. Dann steht aber in solchen Situationen wirklich alles!
Ein mostviertler Kunde
„Ausfall war kein Problem“
Gerhard Kamleithner, Direktor des zuständigen Lagerhauses Amstetten, bestätigt lediglich, dass der EDV-Ausfall am Freitag gegen 9 Uhr aufgetreten sei und etwa drei Stunden lang gedauert habe. „Es war ein Ausfall unserer Server in München. Es waren viele Lagerhausstandorte betroffen“, betont Kamleithner, dass dies auch auf Tankstellen und so weiter vorgekommen sei. Wie groß oder wie viele Standorte insgesamt betroffen waren, konnte er nicht sagen.
„Dass es heute zu EDV-Problemen kommen kann, ist keine Seltenheit mehr und hört man überall immer wieder. Wir haben einen Notfallplan dafür und es hat alles funktioniert“, betont der Geschäftsführer. Bankomatzahlungen und Co konnten leider nicht mehr angenommen werden, aber jeder Kunde hätte eine normale Rechnung bekommen, meint der Lagerhaus-Chef. „Unsere Mitarbeiter haben das gemeistert, das war überhaupt kein Problem für sie“, so Kamleithner.
Eine Anfrage beim größten Lagerhaus des Landes in Zwettl ergab, dass es dort am Hauptstandort keine Probleme gab und alles funktioniert hat. Die Raiffeisen Ware Austria war Freitagnachmittag für eine Auskunft nicht mehr zu erreichen.
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