Im letzten Gipfeltreffen der weltbesten Speerwerferinnen vor den Olympischen Spielen hat Victoria Hudson in der Diamond League in London mit 60,35 m den sechsten Platz belegt. Auch wenn die Europameisterin – wie zuletzt schon in Monaco – nur mit einem vom Veranstalter bereitgestellten Speer warf, hatte sie sich vielleicht mehr erwartet. Trainer Gregor Högler meinte jedoch: „In Paris werden die Karten neu gemischt!“
Wichtig war aber, dass Victoria Hudson wie in Monaco im Kampf um ein Ticket für das Finale der Diamond League in Brüssel (13./14. September) punkten konnte. Mit jetzt acht Zählern liegt sie in diesem Ranking auf dem sechsten Platz, wobei die Top 6 beim Finale startberechtigt sind. Nach Olympia gibt es noch ein Quali-Meeting für Brüssel am 25. August in Silesia. Victoria Hudson hat damit gute Chancen, sich wie im Vorjahr für das Finale zu qualifizieren.
Victoria Hudson zu ihrem Wettkampf: „Ich bin noch ziemlich geschlaucht – von den Strapazen der letzten Wochen und vom Training. Ich freue mich, dass ich vor der Abreise nach Paris noch knapp zwei ruhige Wochen vor mir habe, mich ab sofort voll auf Olympia konzentrieren kann.“
Ein Duo überragte
An der Spitze des Elitefeldes gab es vor 54.000 Zuschauern im Londoner Olympiastadion großartige Leistungen. Mackenzie Little (Aus) als Siegerin mit 66,27 m und Adriana Vilagos (Srb) als Zweite mit 65,58 m warfen jeweils persönliche Bestleistungen. Dabei verdrängte Mackenzie Little, WM-Dritte im Vorjahr, Victoria Hudson auf den dritten Platz der Weltjahresbestenliste. Vor Olympia führt Flor Dennis Ruiz (Kol) mit 66,70 m vor Little (66,27 m) und Hudson (66,06) dieses Ranking an.
In London kam Weltmeisterin Haruka Kitaguchi (Jap/62,69) etwas überraschend hinter Maggie Malone-Hardin (USA/62,99) nur auf den vierten Platz. Aber es ist ja immer die Frage, wie sehr sich die Athletinnen auf den Wettkampf vorbereitet haben…
„Heiß“ auf den Lieblingsspeer
Victoria Hudson startete in London jedenfalls wieder aus dem vollen Training heraus. Noch dazu war sie auf Anweisung von Gregor Högler auch nach London ohne ihre eigenen Speere angereist. Sie warf wieder mit einem vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Gerät. Grund: Der Coach wollte, dass sie „mit jedem Speer gut werfen kann“. Auch hatte man mit dem Transport der Lieblingsspeere nach London wohl nichts mehr riskieren wollen. Jetzt ist die 28-Jährige sicher richtig „heiß“, in Paris wieder mit den eigenen Speeren werfen zu können. Und abgerechnet wird erst bei Olympia in drei Wochen...
Noch eine Unbekannte
Eine Unbekannte in der Olympia-Rechnung ist weiterhin die Weltjahresbeste Flor Dennis Ruiz. Die Kolumbianerin führt zwar mit 66,70 m die Rangliste 2024 an, hat aber seit Mai keinen Wettkampf mehr bestritten. Sie bereitet sich jedoch in Europa intensiv auf die Spiele vor, wo sie übrigens Fahnenträgerin ihres Landes bei der Eröffnungsfeier sein wird.
Noah Lyles sprintete 9,81
Beim letzten Super-Meeting vor Olympia brannten die Stars aus aller Welt ein Feuerwerk an Spitzenleistungen ab. Zum Abschluss sorgten Matthew Hudson-Smith (Gb) und Noah Lyles (USA) für die Höhepunkte. Erst verbesserte der Brite seinen eigenen heuer in Oslo erzielten Europarekord über 400 m von 44,07 auf 43,74 Sekunden, dann lief der US-Sprintstar, der schon sechs WM-Goldene gewonnen hat, die 100 m in neuer persönlicher Bestzeit von 9,81 (zuvor 9,83). Große Siege feierten zudem bei den Frauen Nickisha Pryce (Jam) über 400 m in 48,57 (fünf Läuferinnen unter 50 Sekunden), Keely Hodgkinson (Gb) über 800 m in 1:55,78, Femke Bol (Hol) über 400 m Hürden in 51,30 sowie bei den Männern Dominic Lobalu (Sz) über 3000 m in 7:27,68.
Diamond League in London:
Frauen: Speerwurf:
1. Little (Aus) 66,27
2. Vilagos (Srb) 65,58
3. Malone-Hardin (USA) 62,99
4. Kitaguchi (Jap) 62,69
5. Peeters (Nzl) 60,43
6. Hudson (Ö) 60,35
Stand nach drei von vier Qualifikations-Meetings im Frauen-Speerwurf für das Finale in Brüssel (13./14. September):
1. Little 22, 2. Kitaguchi 21, 3. Vilagos 11, 4. Malone-Hardin 11, 5. Peeters 9, 6. Hudson 8.
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