Flexible Arbeitsformen können die Jobvermittlung verbessern und neue Arbeitskräfte mobilisieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des wirtschaftsnahen Thinktanks EcoAustria im Auftrag der Jungen Wirtschaft in der WKÖ.
Neue Arbeitsformen, die sich unter dem Sammelbegriff „New Work“ zusammenfassen lassen, ermöglichen laut Studie ein besseres „Matching“ zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Auch die Arbeitszeit bestehender Arbeitskräfte werde dadurch produktiver.
Unter „New Work“ versteht die Studie neue Arbeitsformen bzw. Beschäftigungsverhältnisse, die sich von den etablierten Arbeitsformen unterscheiden. Darunter fallen Telearbeit, aber auch flexible Arbeitszeiten, die keinem festen Rahmen folgen, die Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern oder länderübergreifendes Arbeiten wie bei den „digitalen Nomaden“.
Die Studie sieht etliche Potenziale für den Arbeitsmarkt durch flexible Arbeitsformen. Menschen, die bisher aufgrund von Betreuungspflichten dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen, könnten mobilisiert werden, wenn sie ihre Arbeitszeit frei einteilen oder ortsunabhängig arbeiten könnten. Personen, die sonst weite Anfahrtswege in Kauf nehmen müssten, könnten von zu Hause aus arbeiten, nennt die Studie ein weiteres Beispiel.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit speziellen Qualifikationen seien nicht mehr nur an einen Arbeitgeber gebunden. Umgekehrt könnten Unternehmen Arbeitskräfte aus einem global vernetzten Markt beziehen.
Nicht auf jeden Beruf übertragbar
„Insgesamt besteht mit New Work die Aussicht auf eine Steigerung der betrieblichen und systemischen Wettbewerbsfähigkeit, höhere Beschäftigung, bessere Exportchancen und eine erleichterte Einbindung österreichischer Unternehmen in internationale Wertschöpfungsketten“, so Studienautorin Monika Köppl-Turyna. Voraussetzung dafür sei, dass neben den etablierten Arbeitsformen auch Raum für zeitliche und räumliche Flexibilität geschaffen werde.
Dies könne auch nur einzelne Rollen in Unternehmen betreffen, da New Work nicht auf jeden Beruf übertragbar sei. Die Studienautorin erwartet, dass die Digitalisierung, die Abkehr von hierarchischen Unternehmenskulturen, die demografische Entwicklung und der gesellschaftliche Wertewandel in Richtung Vereinbarkeit von Beruf und Familie neue Arbeitsformen fördern werden.
„New Work ist für uns kein Modethema, sondern ein Ansatz, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe durch mehr Flexibilität und neue Technologien nachhaltig zu stärken“, so Bettina Dorfer-Pauschenwein, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft.
Bessere Rahmenbedingungen gefordert
Letztere fordert bessere Rahmenbedingungen für flexibleres Arbeiten. Konkrete Forderungen sind der flächendeckende Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung, eine steuerlich absetzbare Bildungsprämie für Weiterbildung, die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeitmodelle und ein Digital Nomad Visum für Drittstaatsangehörige.
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