Do, 13. Dezember 2018

Neue Stau-Erkenntnis

20.12.2012 13:46

Verkehrsstaus speisen sich aus wenigen Quellen

Staus sind ein ebenso lästiges wie rätselhaftes Phänomen. Sie entstehen bisweilen ohne erkennbaren Grund und keiner kann nachvollziehen, warum. Nun hat ein Forschungsteam mit österreichischer Beteiligung interessante neue Erkenntnisse gewonnen: Die Stauverursacher kommen häufig aus wenigen, relativ eng umgrenzten städtischen Gebieten.

Einer Modellstudie zufolge trugen Verkehrsteilnehmer aus diesen Gegenden weit mehr zur Staubildung bei als andere. Reduzierten die Wissenschaftler gezielt das Verkehrsaufkommen aus solchen "Stauverursacher-Gebieten" um nur ein Prozent, verringerte sich der Zeitverlust für alle Verkehrsteilnehmer um bis zu 18 Prozent. Senkt man das Verkehrsaufkommen gezielt nach diesem Prinzip, sei der Effekt drei- bis sechsmal höher als bei einer gleichmäßigen Reduktion der Fahrzeuge aus allen Quellen.

Daten aus den USA
Die Forscher werteten die Daten von Mobilfunkgeräten in Verbindung mit Daten aus Geoinformationssystemen (GIS) in den Großräumen der San Francisco Bay Area in Kalifornien und Boston aus. So konnten die Bewegungen von mehr als einer Million Menschen analysiert werden.

Dabei fanden sie heraus, dass die meisten Fahrzeuge auf verstopften Straßen aus relativ wenigen, präzise lokalisierten Gebieten kamen. Drehten die Forscher an den richtigen Schrauben und nahmen in ihrem Modell nur ein Prozent weniger Fahrten aus diesen Stadtteilen an, kam es zu einer Reduktion des Zeitverlustes von 14 Prozent in der gesamten Bay Area. In Boston sanken die Stehzeiten sogar um 18 Prozent. Die Ergebnisse könnten es Städteplanern ermöglichen, gezielte Stauvermeidungsstrategien zu entwickeln, heißt es seitens des AIT.

Für die Studienautoren ist die Verwendung von Mobiltelefon- und GIS-Daten ein sehr effizientes Mittel, um die sich ständig verändernde Nutzung des Straßennetzes beurteilen zu können. Ein entscheidender Vorteil sei, dass diese Daten für viele Städte verfügbar seien. Selbst in Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika, die sonst kaum über die Mittel für umfassende Untersuchungen verfügen, könne man mit dieser Methode Erkenntnisse gewinnen.

Die Ergebnisse der Studie von Katja Schechtner vom Austrian Institute of Technology (AIT) sowie Wissenschaftlern vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Central South University in Changsha (China) und der University of California in Berkeley wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Scientific Reports" veröffentlicht.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Kühbauer, Schwab & Co.
„Bekomme Geldstrafe“ - Rapid jubelt über Aufstieg
Fußball International
Europa League
2:1 bei Celtic! Salzburg beendet Gruppe makellos
Fußball International
Europa League
Leipzig trotz Schützenhilfe von Salzburg draußen!
Fußball International
Jubel nach Aufstieg
Kühbauer: „Allerschönster Tag als Rapid-Trainer“
Fußball International
EL-Erfolgslauf
6. Sieg! Hütter schreibt mit Frankfurt Geschichte
Fußball International
„Gelbwesten“-Streit:
Misstrauensantrag gegen Macron gescheitert
Welt
Rangers bezwungen
Europa-League-Hammer! Auch Rapid in K.-o.-Phase
Fußball International
Kuriose Insolvenz
Niederösterreichische Moschee in Konkurs
Österreich
Europa League
Rapid gegen Rangers: Fan-Randale vor dem Stadion
Fußball International
Infantino-Plan
WM 2022: Spiele auch in Katars Nachbarländern?
Fußball International
Nach Copa-Finale
Drama: Junger River-Fan von Boca-Anhängern getötet
Fußball International
Mögliche Verstärkungen
„Interessante Namen“ - Bayern auf Transferjagd
Fußball International
Schock bei Adventfeier
Als Harnik-Klub feierte, brachen Diebe Autos auf
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.