Nach Toren bei der EM steht es 14:1 für Cristiano Ronaldo. Nach Champions-League-Siegen 5:0, nach geschätztem Jahresgehalt 200 Millionen zu 15 Millionen Euro. Wenn am Freitag das EM-Viertelfinale zwischen Portugal und Frankreich stattfindet, gibt es kaum eine Kategorie, in der Kylian Mbappé mit seinem Kindheitsidol mithalten kann.
Das Kinderzimmer im Pariser Vorort Bondy voller Poster. Überall nur Cristiano Ronaldo drauf – Kylian Mbappé war schon im jungen Alter ein großer Fan des portugiesischen Superstars. Traf ihn auch bei Real Madrid, wo er künftig selbst spielen wird. „Ich war ein Junge, der von vielen Sachen geträumt hat. Aber vor allem davon, die gleiche Erfolgskarriere wie Cristiano zu haben.“
„Wir wollen in das Finale“
Freitag gibt’s im Viertelfinal-Hit das direkte Duell der Fußball-Giganten, das die französische Sport-Bibel „L’Équipe“ bereits mit „Das Kind und sein Idol“ betitelte – aber nur einer der Kapitäne Frankreichs und Portugals wird „überleben“. Für Mbappé ist das Ziel über dieses Spiel hinaus klar: „Wir wollen in das Finale“, betont der pfeilschnelle Goalgetter, der hinter Rekordschütze Giroud und Thierry Henry mit 25 Jahren bereits die drittmeisten Tore in der Geschichte von „Les Bleus“ erzielte.
Und trotz aktueller Ladehemmung – er traf nur per Elfer in der Gruppe gegen Polen, Frankreich sonst nur durch Eigentore – erhält Mbappé von Teamchef Didier Deschamps Lob: „Kylian hat besonderes Format. Es ist mit oder ohne ihn ein ganz anderes Spiel.“ Frankreichs Co-Trainer Guy Stephan unterstreicht: „Er ist ein Spieler von Top-Niveau. Kylian ist Kylian, ich muss nicht jedes seiner Tore aufzählen.“
Obwohl: Bei einer EM gab’s erst eines, Ronaldo hat 14. Für den Rekordspieler und -torschützen in diesem Wettbewerb könnte es aber der letzte Einsatz in ebendiesem werden. Dass es seine letzte EM ist, stellte der 39-jährige bereits klar, umso motivierter ist der fünffache Champions-League-Sieger.
Viel Kritik an Kapitän
Doch spielt er überhaupt von Beginn an? Gerade der Auftritt im Achtelfinale gegen Slowenien, bei dem er Freistöße aus irrwitzigen Positionen direkt auf das Tor versuchte, Portugals Angriffe teils hemmte, weil seine Kollegen zwanghaft nach ihm suchten, sorgte für Kritik. Darum riefen zahlreiche portugiesische Medien Teamchef Roberto Martinez dazu auf, Ronaldo auf die Bank zu setzen.
Liverpools Diogo Jota oder PSG-Stürmer Goncalo Ramos könnten an seiner Stelle in der Mitte stürmen. Umgekehrt könnte Ronaldo seine Stärken auch besser einsetzen, wenn er gegen eine schon müde Truppe frisch von der Bank kommt. Was dagegen spricht ist, dass „CR7“ nach wie vor die Unterstützung seiner Mannschaft hat, Martinez mit einem Rauswurf aus der Startelf nicht einen Kleinkrieg entfachen will. Vielleicht wird der Altstar ausgerechnet „Les Bleus“ ein „blaues Wunder“ bescheren.
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