Spurensuche vor Ort

Christa P.: Todeswohnung muss geräumt werden

Oberösterreich
22.06.2024 08:21

Die „Krone“ begab sich in Linz-Ebelsberg auf Spurensuche, folgte dem Weg jenes Mannes, der Christa P. in einem Feldgrab „entsorgte“ – und warum das schlechte Gewissen ihn dann auffliegen ließ. Die Obduktion der 54-Jährigen brachte übrigens eine Überraschung, die auf weitere Erkenntnisse hoffen lässt. 

Die Zimmer vermüllt, Strom abgezweigt, dubiose Besuche, Verschmutzungen – seit Monaten beschweren sich Nachbarn über jenen 43-Jährigen, bei dem Christa P. verstorben war. Schon vor dem Auffinden der Leiche hatte die Genossenschaft das Mietverhältnis gekündigt – Ende August muss die Todeswohnung geräumt sein.

Doch ein Lokalaugenschein der „Krone“ im vierten Stock des Hochhauses in Linz-Ebelsberg zeigte: Der Mieter war schon tagelang nicht mehr hier oder er versteckt sich in der von der Polizei aufgebrochenen Wohnung. Der Briefkasten geht über, gegen die Tür ist von innen etwas angelehnt, damit sie zubleibt.

Acht Monate suchten ihre Kinder nach Christa P. – am Sonntag, 23. Juni, sprechen sie in der ...
Acht Monate suchten ihre Kinder nach Christa P. – am Sonntag, 23. Juni, sprechen sie in der „Krone“, warum sie an der Version des Verdächtigen zweifeln, einen schlimmen Verdacht haben.(Bild: Repro/Wenzel Markus, Krone KREATIV)

Frau durch Siedlung geschleppt
Der Verdächtige gab an, dass er die Leiche – sie war ihm peinlich – noch in der Nacht zum 14. Oktober beseitigt hatte. Der Lokalaugenschein zeigte, dass sich der Drogensüchtige den Plan gut überlegt haben dürfte: Er schleppte nachts die 70 bis 80 Kilo schwere Christa P. durch die Siedlung, über die Bim-Gleise und einen unbeleuchteten Weg auf ein uneinsehbares Feldstück hinter einem großen Bauernhof.

Dort hob er mit einer Schaufel, die er sich beim Hof „geborgt“ hatte, das Grab aus – und zwar dort, wo der Bauer zwar mit dem Traktor fährt, aber nicht ackert. Damit war das Risiko einer Entdeckung minimiert.

Die Kinder von Christa P. organisierten Suchaktionen nach ihrer Mama.
Die Kinder von Christa P. organisierten Suchaktionen nach ihrer Mama.(Bild: Wenzel Markus)

Verdächtiger zog sich immer mehr zurück
Die Schaufel stellte er zurück, die Altbäuerin sagte zur „Krone“, dass nie etwas Verdächtiges bemerkt worden sei. Später log er und gab an, dass Christa P. massiv betrunken bei ihm geschlafen habe und dann am Morgen gegangen sei. Doch das schlechte Gewissen nagte am 43-Jährigen, der dem Alkohol zugeneigt und im Drogenersatzprogramm ist. Er zog sich immer mehr zurück, brach Kontakte ab und vertraute sich schließlich einem besorgten Verwandten an – der die Klärung des Vermisstenfalls ins Rollen brachte.

Hoffnung auf mehr Informationen
Bei der Obduktion der Leiche konnte überraschenderweise noch Körperflüssigkeit extrahiert werden, deren Analyse Aufschlüsse über die letzten Stunden von Christa P. geben könnte. Das Ergebnis steht noch aus.

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