Die kroatische Wettbewerbsbehörde AZTN hat gegen drei führende Telekommunikationsbetreiber, darunter die Telekom-Austria-Tochter A1, ein Verfahren wegen möglicher Preisabsprachen eingeleitet. Neben A1 stehen Hrvatski Telekom (HT) und Telemach im Verdacht von illegalen Absprachen bei der Einführung einer Indexierungsklausel in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Telekombetreiber weisen die Vorwürfe zurück.
Einer Mitteilung der Wettbewerbsbehörde vom Donnerstag zufolge wurde das Verfahren bereits Ende des Vorjahres eingeleitet. Neben den drei Telekombetreibern wird auch der IKT-Cluster HUP untersucht. Das Verfahren soll feststellen, ob der Wettbewerb auf dem Markt durch eine unerlaubte Vereinbarung eingeschränkt worden sei, hieß es.
Die Telekombetreiber betonten in ihren Reaktionen, dass die Anpassung der Preise für Dienstleistungen an die jährliche Inflationsrate im Einklang mit der Stellungnahme der kroatischen Regulierungsbehörde für Netzindustrie (HAKOM) aus dem Jahr 2022 stehe.
„In Übereinstimmung mit EU-Praxis“
A1 schloss jede Vereinbarung oder Abstimmung zwischen den Telekommunikationsunternehmen über die Einführung der Indexierungsklausel aus. „Dies ist ausschließlich eine geschäftliche Entscheidung des Unternehmens, in Übereinstimmung mit der EU-Praxis und der Meinung der HAKOM“, teilte die Telekom-Austria-Tochter laut Nachrichtenagentur Hina mit.
Anpassung an Inflationsrate
HAKOM räumte den Telekombetreibern die Möglichkeit ein, ihre Tarife im Vorjahr an die Inflationsrate anzupassen, ähnlich wie das Betreiber in ganz Europa gemacht haben. Die Anpassung dürfte die jährliche Inflationsrate des Vorjahres nicht überschreiten. Diese Möglichkeit wurde von allen drei Unternehmen genutzt: im Jahr 2023 führten sie die Indexierungsklausel ein, was die Preise ihrer Dienste erhöhte.
Bei A1 stiegen die Preise laut Hina um 8,5 Prozent, bei Telemach um 8,3 Prozent, während die Deutsche-Telekom-Tochter HT ihre Preise um 5 Prozent steigerte. Kroatiens Inflationsrate lag 2022 bei 10,8 Prozent.
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