Trotz medizinischer Fortschritte bleiben schwere Verbrennungen eine ernsthafte Bedrohung für Patienten. Ein Forschungsteam der MedUni Wien hat nun herausgefunden, dass Vorerkrankungen der Niere und des Herzens einen deutlich negativen Einfluss auf den Heilungsprozess haben.
Verbrennungsunfälle zählen zu den häufigsten Unfällen weltweit und sind jährlich für rund 180.000 Todesfälle verantwortlich.
Bisher berücksichtigten Ärzte in gängigen Modellen, welche als Entscheidungshilfe für Therapiemaßnahmen und zur Beurteilung der Überlebenswahrscheinlichkeit herangezogen wurden, keine Vorerkrankungen. Durch die Einbeziehung dieser Faktoren konnten die Forscher jedoch feststellen, dass insbesondere chronische Nieren- und Herzkreislauf-Erkrankungen die Überlebenschancen beeinflussen.
Kritische Vorerkrankungen
Dafür wurden die Daten von über 1000 Patienten der Intensivstation für Schwerbrandverletzte der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie von MedUni und AKH Wien analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass fast 50 Prozent der Brandverletzten mit beeinträchtigter Nierenfunktion ihre schweren Verbrennungen nicht überlebten. Ähnlich betroffen waren jene mit vorbestehenden Herzkreislauf-Erkrankungen, von denen rund ein Drittel die Verletzungen nicht überstand.
Neue Therapiemöglichkeiten
OÄ Dr. Annika Resch, Studienleiterin an der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie der MedUni Wien, betont die Bedeutung der Ergebnisse: „Erfreulicherweise konnten wir in unserer Studie auch zeigen, dass sich die Prognose von Schwerbrandverletzten durch die stetige Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten von Jahr zu Jahr verbessert.“
Die Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, chronische Vorerkrankungen bei der Beurteilung und Behandlung von Verbrennungen zu berücksichtigen. Verschiedene Bewertungsskalen könnten künftig aktualisiert werden, um in der Folge die Behandlung der Patienten zu verbessern.
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