Tunnelsanierung

Deutsche Stau-Flüchtlinge rasen über Gehwege

Salzburg
26.09.2023 07:00

Hauptsache freie Fahrt im Stau-Chaos! Um die Großbaustelle auf der A10 zu umfahren, ist so manchem Autofahrer absolut jedes Mittel recht.

Michael Steyrer ist immer noch völlig perplex. Der Pongauer war am Wochenende zusammen mit einer befreundeten Familie auf dem Treppelweg bei Pfarrwerfen unterwegs. Auf dem Gehweg an der Salzach herrscht strengstes Fahrverbot. „Plötzlich brauste ein Auto mit deutschem Kennzeichen daher“, sagt Steyrer. Er und seine Freunde samt Kindern konnten sich in Sicherheit bringen. Aber: „Wir waren so perplex, dass wir leider das Kennzeichen des Autos nicht notiert haben.“

Obwohl auf dem Weg Fahrverbot gilt, nutzen Stau-Flüchtlinge diesen als Ausweg. (Bild: Gerhard Schiel)
Obwohl auf dem Weg Fahrverbot gilt, nutzen Stau-Flüchtlinge diesen als Ausweg.

Für den Pongauer ist völlig klar: „Das war ein typischer Stau-Flüchtling.“ Wie berichtet, lässt Straßenbetreiber Asfinag auf der Tauernautobahn (A10) zwischen Golling und Werfen fünf Tunnel sanieren. Die Folge: massive Verkehrsbehinderungen auf der A10 und den Umfahrungsstraßen. Auch am Montag brauchten Autofahrer nach einem Pkw-Unfall bei Werfen viel Geduld. „Die vergangenen beiden Wochenenden waren der reinste Horror. Wegen des Ausweichverkehrs auf der B99 und der B159 ist es uns praktisch nicht mehr möglich, tägliche Erledigungen zu machen“, klagt Steyrer. Das Erlebnis am Treppelweg hätte das Fass jedoch zum Überlaufen gebracht. „Das absolute Chaos ist jetzt eingetreten.“

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Die vergangenen beiden Wochenenden waren der reinste Horror. Wegen des Ausweichverkehrs auf der B99 und der B159 ist es uns praktisch nicht mehr möglich, tägliche Erledigungen zu machen.

Michael Steyrer, Anrainer

Gemeinde plant Barriere gegen Urlauber-Autos
Pfarrwerfens Bürgermeister Bernhard Weiß (ÖVP) sieht das ähnlich. Er kennt die prekäre Situation am Treppelweg. „Vergangenes Jahr im Sommer hatten wir auch schon so einen Stau-Flüchtling auf dem Gehweg.“

Nach den Erlebnissen von Michael Steyrer ist für den Ortschef klar: „Es muss etwas geschehen.“ Glücklicherweise habe es zwar bislang keine Verletzten gegeben. „Auf dem Treppelweg sind viele Kinder unterwegs, das ist einfach zu gefährlich“, sagt Weiß. Die Gemeinde will den Treppelweg künftig sicherer machen. Geplant ist eine Barriere gegen Autofahrer – und das zum ehestmöglichen Zeitpunkt. Weiß: „Möglich ist ein Schranken oder auch ein Poller.“

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