Di, 14. August 2018

krone.at-Interview

09.12.2011 11:13

Burgstaller: "Platz zwei? Damit könnte ich nicht gut leben"

Als sich Rapid zu Saisonbeginn mehr schlecht als recht durch die Bundesliga wurschtelte, wurde Trainer Peter Schöttel nicht müde zu betonen, wie gut dem Spiel seiner Truppe doch die Dynamik des damals verletzten Guido Burgstaller täte. Eine Punktlandung! Der pfiffige Offensiv-Allrounder verleiht den grün-weißen Angriffsbemühungen inzwischen Pepp wie kaum ein anderer. Mit krone.at spricht "Burgi" über seine Aversion gegenüber Platz zwei, das packende Finish in der Herbstmeisterschaft und seinen persönlichen Anteil am grün-weißen Erfolgsrun (siehe auch Video).

krone.at: Die Bundesliga spielt verrückt. Die ersten vier Teams halten bei je 28 Punkten. Ist das für dich ein Qualitätsmerkmal oder doch eher ein Armutszeugnis für die großen Vereine, Guido?
Guido Burgstaller: Ich glaube nicht, dass es ein Armutszeugnis für die großen Vereine ist. Die sogenannten kleinen Vereine haben einfach an Qualität gewonnen. Für die Liga ist es sicher nicht schlecht, wenn alles eng beieinander ist. Man fährt nicht mehr nach Mattersburg und schießt die einfach weg.

krone.at: Auch Rapid hat sich am vergangenen Wochenende von der Weiterentwicklung der sogenannten Kleinen überzeugen können und in Kapfenberg nur 0:0 gespielt. Liegt das noch im Magen?
Burgstaller: Das liegt schon noch im Magen. Mit einem Sieg wären wir ja Tabellenführer gewesen. Es war zwar nicht unser bestes Spiel, aber von den Chancen her hätten wir klar gewinnen müssen. Jetzt müssen wir eben die letzten beiden Heimspiele gewinnen.

krone.at: Rapid liegt derzeit auf Platz zwei hinter der Austria. Wie gut könntest du mit dieser Tabellensituation am Ende der Saison leben?
Burgstaller: Nicht gut. Denn ich will unbedingt Erster werden. Ich will Winterkönig werden. Und wir haben gute Voraussetzungen dafür.

krone.at: Vor einigen Wochen ist Rapid auch von uns Medien noch eine schwere Krise nachgesagt worden, jetzt ist man plötzlich wieder mitten im Titelkampf. Habt ihr Spieler eigentlich vor etwa zwei Monaten daran geglaubt, dass man in dieser Saison noch um den Herbstmeistertitel kämpfen kann?
Burgstaller: Es ist ja normal, dass man gleich kritisiert wird, wenn Rapid einmal ein, zwei schlechte Spiele hat. Wir haben aber immer an uns geglaubt, haben nie aufgegeben. Jetzt sehen wir, dass es immer besser wird. Wir sind auf einem ganz guten Weg.

krone.at: Welchen Anteil misst du dir persönlich am momentanen Erfolgsrun Rapids bei?
Burgstaller: Ich glaube schon, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Aber wir haben auch die ersten Matches in der Saison, als ich noch verletzt war, gut gespielt. Mit dem Derby ist's dann leider ein wenig bergab gegangen, das 0:3 im "Happel" war schon ein kleiner Schreck für uns. Aber jetzt haben wir uns ganz gut eingespielt.

krone.at: Trainer Peter Schöttel hat zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er meinte, er habe zu viele gute Spieler und wolle in der Winterpause einige abgeben. Hat diese Aussage in der Mannschaft für Unruhe gesorgt?
Burgstaller: Es ist immer schwierig, wenn es im Kader 23 gute Spieler gibt, von denen jeder spielen könnte. Aber wen der Trainer weggibt, ist ohnehin seine Entscheidung. Wir können das nicht beeinflussen.

krone.at: Es gibt deshalb also keine Hacklschmeißereien in der Kabine?
Burgstaller: Es weiß ja ohnehin jeder über seine Situation Bescheid. Natürlich wird in der Kabine auch darüber geredet, aber jeder weiß vermutlich, ob er weg muss oder nicht.

krone.at: Du selbst gehörst wohl kaum zu den Spielern, von denen sich Schöttel trennen will. Du wirst oft als sein Liebkind bezeichnet, bist von den Fans zum "Rapidler des Monats November" gewählt worden. Wie zufrieden bist du momentan mit dir selbst?
Burgstaller: Ich bin ganz zufrieden, glaube, dass ich mich von der Verletzung ganz gut erholt habe. Natürlich darf ich mich nicht ausruhen, ich habe ja auch nicht jede Partie super gespielt. Daher muss ich ständig Gas geben.

krone.at: Schöttel meint, er hätte schon zu Wiener-Neustadt-Zeiten gesehen, dass du ein echter Rapidler bist. Hat er recht? Und wenn ja: Was macht dich zu einem echten Rapidler?
Burgstaller: Ich gebe im Spiel immer alles, bin einfach ein Siegertyp. Und das passt, glaube ich, ganz gut zu Rapid. Wir haben in der Mannschaft überhaupt viele Kämpfer, die alles dafür tun, um Erfolg zu haben.

krone.at: Bei deinen momentanen Leistungen ist es ja durchaus legitim, das Thema Nationalteam ins Spiel zu bringen. Du hast dich bei unserem letzten Interview im Sommer als Constantini-Fan geoutet, weil er jungen Spielern eine Chance gibt. Constantini ist mittlerweile Geschichte. Wie hast du die Bestellung Marcel Kollers zum neuen Teamchef verfolgt?
Burgstaller: Ich halte das für eine gute Idee. Koller hat in Deutschland schon seine Erfolge gehabt. Bei ihm haben alle Spieler wieder neue Chancen. Das ist für die Jungen sicher ganz gut. Wenn du Leistung bringst, wirst du wohl auch einberufen.

krone.at: Zurück zu Rapid: Da geht's am Samstag daheim gegen Innsbruck. Drei Punkte sind da fast Pflicht, oder?
Burgstaller: Klar wollen wir unbedingt die drei Punkte holen. Wir werden alles daran setzen und ich bin auch überzeugt davon, dass wir gewinnen.

krone.at: Dafür sollte allerdings die Chancenauswertung besser werden. Das war auch gegen Kapfenberg das Manko.
Burgstaller: Man darf ja nicht vergessen, dass wir gegen Salzburg vier, gegen Sturm drei und gegen Mattersburg zwei Tore gemacht haben. So schlecht ist unsere Chancenauswertung also nicht, wie sie jetzt dargestellt wird. Natürlich hätten wir in Kapfenberg ein Tor machen müssen. Das haben wir leider nicht getan. Dafür holen wir das am Samstag nach.

krone.at: Wer wird Herbstmeister bzw. Winterkönig?
Burgstaller: Ich hoffe natürlich, wir. Wir werden alles geben und hoffentlich am Ende oben stehen.

Fotos: Andreas Graf

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