25.07.2022 22:32 |

Gas-Engpass droht

Gewessler: „Haushalte werden nicht frieren“

Die Gas-Krise als Folge des Ukraine-Krieges könnte sich ausweiten - und manch einer blickt wohl schon sorgenvoll Richtung Winter. Energieministerin Leonore Gewessler beruhigte allerdings diesbezüglich am Montagabend: „Im absoluten Notfall gibt es das Instrument der Energielenkung, die Haushalte müssen sich nicht sorgen, dass sie im Winter frieren werden.“ So weit soll es aber nicht kommen, man rufe schon seit Wochen zum Energiesparen auf und auch beim Einspeichern von Gas sei Österreich „auf gutem Kurs“.

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Russland hatte am Montag verkündet, die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 ein weiteres Mal zu reduzieren - Hintergrund dürfte der Streit um die Lieferverzögerung einer Gasturbine sein. „Wladimir Putin nutzt Energielieferungen als Waffe, um Europa zu spalten und die Preise zu treiben“, kommentierte Gewessler die Lage. Es gebe aus ihrer Sicht und auch der von Experten „keinen technisch nachvollziehbaren Grund für die Lieferreduzierung“.

„Wir sind auf einem guten Kurs“
In Österreich sei man jedenfalls auf „gutem Kurs“, was das Einspeicherungsziel angehe. Das liege auch daran, dass Nord Stream 1 nicht der primäre Versorgungsweg Österreichs sei, „das ist in Deutschland anders“. Sogar während der kompletten Stilllegung von Nord Stream 1 habe man weiter einspeichern können, so die Energieministerin. Der Speicher der OMV habe beispielsweise bereits 80 Prozent erreicht.

Wäre das Speicherziel gefährdet, dann ginge Österreich in die sogenannte Notfallstufe. Dies wäre aber erst der Fall, wenn Russland für einen längeren Zeitraum die Gaslieferungen komplett einstellen würde. „In erster Linie sprechen wir noch von einem vermehrten Aufruf zum Einsparen“, so Gewessler. Dies würde aber zuerst die Industrie und den öffentlichen Dienst betreffen: „Einsparen hilft, die Versorgung länger sicherzustellen.“ Daher sei es auch wichtig, dass jeder seinen Beitrag leiste, mit kleinen Handlungen im Alltag.

Energiesparen kommt ins Gesetz
Eine Kampagne zum Energiesparen sei derzeit noch nicht geplant, so Gewessler: „Eine Kampagne wollen wir dann machen, wenn sie die größte Wirkung hat - mit Beginn der Heizsaison, wenn der Verbrauch steigt.“ Was aber tatsächlich kommt, ist die Verpflichtung zum Energiesparen auf Gesetzesebene, zumindest für die Industrie. Dieser Entwurf sei bereits in Begutachtung und werde, sobald er in Kraft tritt, „eine deutliche Entlastung schaffen“.

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