19.05.2022 09:04 |

„Krone“-Reisereportage

Den Frühling in Südtirol genießen!

Am Brenner, dem niedrigsten Übergang über die Alpen, beginnt der Süden. Mildere Temperaturen, wunderschöne Landschaft und die Kombination aus dem Mediterranen mit dem Alpenländischen begeistern und sind gute Reisegründe.

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Täglich gibt es einen direkten Zug zwischen Wien und Bozen. Auf meinem Fahrschein wird eine 122,7-kg-CO2-Ersparnis (im Vergleich zum Pkw) ausgewiesen. Nicht nur dass ich bequem in der Bahn sitzen, lesen, arbeiten, Kaffee trinken, was auch immer kann, gestalte ich so meine Anfahrt mit gutem Gewissen und erreiche mein Ziel in Brixen ausgeruht. Die älteste Stadt Südtirols glänzt mit einem sehenswerten, historischen Kern und bei unserem Besuch mit dem Water Light Festival, wo sich die Künstler sehr mit dem Thema Umwelt/Klima in ihren Installationen auseinandergesetzt haben und das im Frühjahr schon ein Fixpunkt im Veranstaltungskalender geworden ist. Im Juni (11.–18.) wiederum stehen bei den Brixen Classics klassische Musik und Wein im Mittelpunkt.

Das Eisacktal ist für hervorragende Weißweine (Kerner und Silvaner) bekannt, aber auch für besondere Hotels wie zum Beispiel das My Abor, eine Art Baumhaushotel mitten im Wald am Fuße der Plose, des Hausbergs von Brixen. Das Design ist dem Thema Wald und Baum gewidmet, es steht Erwachsenen (ab 16 Jahren) offen und bietet einen schönen Wellnessbereich. Sehr gegensätzlich und mitten in den Weinbergen, aber vom Zentrum mit einem Fußmarsch erreichbar, liegen die Haller Suites, klein und fein, nur 18 Zimmer. Hier hat man sich dem Thema Wein und Genuss verschrieben, sogar die von Jasmin Castagnaro gestalteten Lampen sind aus Weinlaub. Die junge Designerin arbeitet nicht nur kreativ, sondern übrigens auch nachhaltig.

Sommerfrische am Berg
Von Barbian, das vor allem im Herbst beim Törggelen (Brauch) am Keschtnweg (Kastanien) beliebt ist, kommen wir nach Dreikirchen, von wo wir dann weiter bis zum Briol wandern. Das Haus, einst Bauernhof, wurde 1928 vom Maler Hubert Lanzinger im Stil der Neuen Sachlichkeit umgebaut. Johanna Fink führt in vierter Generation die Pension, die Sommerfrische wie anno dazumal in einer wunderbaren Einfachheit und mit einer köstlichen Bergküche anbietet. Wer doch lieber ein bisschen mehr Komfort schätzt, quartiert sich im neuen „Einäugl“ oder im Baumhaus Isidor ein, die erst vor Kurzem das Ensemble bereichern und ganzjährig Unterkunft gewähren. Sogar ein Schwimmbad steht zur Verfügung, allerdings kommen die Gäste eher, um ein unverfälschtes Bergerlebnis auf 1300 Metern zu erleben. Traumhaft übrigens.

Top-Städteziel
Bozen ist Südtirols Provinzhauptstadt. Ich muss gestehen, bis jetzt bin ich immer daran vorbeigefahren. Aber es zahlt sich unbedingt aus, hier stehen zu bleiben. Oder mit dem Zug zu kommen. Es handelt sich um ein lohnendes Ziel, eine Stadt, in der Deutsch und Italienisch aufeinandertreffen, was sich auch in der Architektur aus gotischen Arkaden (Altstadt) und faschistischen Prunkbauten (Neustadt) bemerkbar macht. Dazwischen ist der Fluss Talfer.

Ob Kunst, Kultur, Kulinarik oder Sprache, in Bozen kann sich jeder das Beste aus beiden Lebensarten heraussuchen, aber auch in Sachen Mode bietet Bozen Lohnenswertes, denn die nachhaltige Marke Re-Bello wurde hier „geboren“, um die Modewelt zu revolutionieren. Der Gründerin Sara Pacifici sind natürliche Stoffe oder Fasern wichtig, die in Italien auf nachhaltige Weise hergestellt werden und durch die gute Qualität lange haltbar sind. In ihrem Geschäft Kauri, das in den berühmten Lauben zu finden ist, gibt es nicht nur die eigene Marke, sondern ebenso Naturkosmetik, modische Hemden, die aus Fischernetzen erzeugt wurden, oder etwa auch umweltfreundliche Schuhe, die aus „Apfelleder“ (Apfelschalen, die sonst für den Abfall bestimmt wären) hergestellt werden. Die Südtiroler Sneaker sind umweltfreundlich, eignen sich für einen ethischen Konsum und sind richtig schick.

Südtiroler Wein
Wein wird in Südtirol schon seit sehr langer Zeit kultiviert und ist auch in aller Welt bekannt. Die Weinstraße verbindet 16 Orte und 70 Kellereien. Wo sich Norden und Süden treffen, vermischen sich Landschaften und Kulturen. Diese Vielfalt findet ihren Ausdruck nicht nur in der Natur und den Menschen, sondern auch in ihren Weinen: Die unterschiedlichen Lagen ermöglichen den Anbau vielfältiger Sorten. Dass Kunst und Weingenuss hierzulande zusammengehören, zeigt sich in der architektonischen Gestaltung vieler Weingüter, so auch in der Kellerei Bozen, wo aus dem Hang ein leuchtender Würfel zu wachsen scheint, dessen Fassade von verästelten Linien eines stilisierten Rebenblattes durchzogen ist. 20.000 m2 Produktionsanlagen sind überwiegend unter der Erde zu finden, hochmodern und erfüllen die Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. 40 verschiedene Etikette zieren das Sortiment, das vor Ort zu kaufen und zu verkosten ist. Auch Führungen werden angeboten.

Blauburgunder und Apfelbäume
Weingärten und blühende Apfelbäume gehören zum traumhaften Landschaftsbild auch im Gebiet um Castelfeder, wo eine Rebsorte besonders günstige Voraussetzungen findet: der Blauburgunder, der alljährlich im Frühjahr in speziellen Veranstaltungen (Blauburgundertage und -nächte) verkostet und prämiert wird. Das bekannte Blauburgunderanbaugebiet entlang des Naturparks Trudner Horn mit den Dörfern Auer, Montan und Neumarkt ist gut auf einem neuen Wein- und Kulturlehrpfad zu erkunden.

Eine Wanderung verläuft auf der Trasse der ehemaligen Fleimstalbahn und ist familienfreundlich sowie ganzjährig zu begehen. Das Weinkino, in unmittelbarer Nähe zum Viadukt, ist ein schöner Rastplatz mit Blick in das weite Tal zu Füßen, der sich wunderbar für ein kleines Picknick eignet. Die Region, die eher von der Landwirtschaft als vom Tourismus lebt und dadurch überaus sympathisch erlebt wird, geizt auch nicht mit historischen und kulturellen Kleinoden wie etwa die Pinzoner Stephanskirche mit dem spätgotischen Hans-Klocker-Altar, die idyllisch gelegene St. Michaels-Kirche in Mazon, die Burgruine Kaldiff oder das stattliche Schloss Enn, das hoch über Montan thront.

Neues Hideaway
„Bei uns stehen keine Bettenburgen. Jeder kennt hier jeden. Es gibt bäuerliche Vermieter, Urlaub am Bauernhof sowieso und seit Kurzem das Manna Resort“, weiß Lukas Varesco, der Geschäftsführer vom Tourismusverband Castelfeder. Es ist der ideale Ort für einen Urlaub ganz im Zeichen des körperlichen und geistigen Wohlbefindens. Herrlich gestaltete 15 Zimmer und 3 Chalets mit dem Restaurant Orangerie, in dem auch die Einheimischen gerne genießen und wo ab Ende Mai noch eine Gourmet-Dimension mit einem apulischen Sterne-Koch hinzugefügt wird. Ein großzügiger Wellness-Bereich sowie die Möglichkeit, hier eine medizinisch betreute Mayr-Kur zu machen, runden das wirklich luxuriöse und ebenso geschmackvolle Angebot ab. Das Design entführt auf eine Weltreise und zeigt viel Liebe zum Detail, im Manna Resort steckt das Herzblut der Winzer-Familie Franz Haas und des CEOs Andi Punter – jetzt noch ein wahrer Geheimtipp!

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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