Ex-Teamchef spricht

Franco Foda: „Ich war den Tränen nahe“

Der „Krone“ gab Franco Foda das erste Interview nach seiner Ära als Teamchef. Der Deutsche, der gestern seinen 56. Geburtstag feierte, über den Abschied, Fehler im Wales-Match und erste Job-Angebote. Foda sagt: „Der Abschied ist mir sehr nahegegangen, da war ich den Tränen nahe.“

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„Krone“:Herr Foda, alles Gute zum Geburtstag! Wie geht es Ihnen nach dem Teamchef-Abschied am 29. März gegen Schottland?
Franco Foda: Gut, danke! Mit meiner Frau und einigen Freunden waren wir zuletzt in Dubai und Abu Dhabi. Wir haben das Meer und die Sonne genossen, waren abends immer gemütlich essen - es war richtig entspannend. Jetzt genieße ich die Zeit in Graz mit meiner Familie und den Enkerln und werde mir in den nächsten Wochen die Spiele in aller Ruhe anschauen und sicher auch in die Stadien gehen.

Schon wieder bereit für eine neue Herausforderung?
Der Urlaub hat gutgetan, ich wäre bereit für eine neue Aufgabe. Es hat auch schon zwei Anfragen aus exotischen Ländern als Teamchef gegeben. Aber für mich muss das Gesamtpaket stimmig sein und dabei sollte ich mich wohlfühlen - das war bislang bei allen meinen Trainerstationen der Fall. In unserem Geschäft ist es leider so, dass man warten muss, bis sich eine Tür öffnet und ein Trainer beurlaubt wird. Aber ich glaube nicht, dass von heute auf morgen was passieren wird. Ich bin offen für alles, würde gerne wieder als Teamchef oder als Klubtrainer arbeiten. Die Liga ist für mich nicht ausschlaggebend.

Das Aus in der WM-Quali in Wales schon aufgearbeitet?
Klar, Selbstreflexion ist wichtig. In den Tagen nach dem Wales-Spiel haben wir uns gefragt, was wir anders hätten machen können. Ich hätte in Wales im Finish Louis Schaub für mehr Kreativität bringen müssen. Wir haben uns aber entschlossen, mehr Spieler in die Box zu bringen. Das war falsch. Das hab ich Louis am Telefon auch persönlich gesagt. Schade, dass wir nicht in Führung gegangen sind. Dann hätten wir sicher mit mehr Leichtigkeit gespielt.

Ganz Österreich fragt sich, wer nächster Teamchef wird.
Dazu will ich keinen Kommentar abgeben, das steht mir nicht zu. Die Verantwortlichen werden die richtige Entscheidung treffen. Wichtig ist, dass Ruhe einkehrt, eine neue Euphorie entsteht wie bei den fünf Siegen in Serie zu Beginn meiner Ära und der EURO.

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Was mir sehr nahegegangen ist, war der Abschied vor dem Schottland-Spiel mit der Ansprache von Aleksandar Dragovic.

Franco Foda

Der Abschied von der Mannschaft soll sehr emotional gewesen sein.
Einige Spieler, die nicht beim Lehrgang waren, haben mich angerufen oder mir geschrieben. Darüber hab ich mich sehr gefreut. Das war für mich die wichtigste Botschaft. Sie zeigt, dass wir in den letzten Jahren doch vieles richtig gemacht haben. Was mir sehr nahegegangen ist, war der Abschied vor dem Schottland-Spiel mit der Ansprache von Aleksandar Dragovic. Das sind Momente, die du nie vergessen wirst, und sie zeigen, dass die Jungs auch charakterlich alle top sind. Das war sehr berührend, da war ich sogar den Tränen nahe.

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