Billige Gegentore

Sturms Schicker: „Da müssen wir nachschärfen“

Der erste Salzburg-Verfolger geht mit Defensivmängeln in die finale Meisterschaftsphase. Sturm Graz sucht im Frühjahr die Stabilität, wie drei 2:2 in den vier Auftritten offenlegen. „Unser Spiel definiert sich eben sehr stark über die Arbeit gegen den Ball. Das ist unsere Basis, da müssen wir sicher nachschärfen“, sagte Sportchef Andreas Schicker. „Aber so wie ich die Gruppe und das Trainerteam kenne, bin ich überzeugt, dass das auch umgesetzt wird.“

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Die „billigen Tore“ blieben dem früheren Verteidiger nicht verborgen. „Das war im Frühjahr und schon in der Vorbereitung auffällig. Es gilt für die Meistergruppe noch eine bessere Balance zu finden, dass wir diese einfachen Gegentore auch abstellen“, sagte Schicker. „Wir bringen uns damit um den eigenen Aufwand.“

Sorgen bereiten Schicker die einfachen Gegentore aktuell nicht. „Ich glaube, dass das eine normale Entwicklung ist, die wir als Verein gerade durchmachen. Wir haben mehr Ballbesitz, müssen mehr fürs Spiel machen als im letzten Jahr. Der Gegner lauert auf unsere Ballverluste, und wir stellen uns dabei nicht immer gut an. Wir geben zu viele Räume her und auch das Zweikampfverhalten ist nicht immer gut.“ Die Grazer hatten es auch mit effizienten Gegnern zu tun, wie der Statistik-Wert „xGa“ zeigt. Dieser gibt die erwarteten Gegentore auf Basis historischer Daten an, und liegt für Sturm bei 25,2. Tatsächlich haben die Steirer bisher 32 Tore kassiert. Bei keinem anderen Ligateam ist diese Differenz ins Negative so krass.

Zudem erwartet Schicker in der Meistergruppe auch Spiele, bei denen sich die Balljäger von Christian Ilzer vermehrt auf die Lauer legen könnten. „Entscheidend wird es sein, dass auch einmal 60 Minuten die Null steht, so wie es beim Sieg gegen Hartberg war. In der Offensive sind wir immer gut für ein Tor“, sagte Schicker, dessen Team die zweitmeisten Tore (46) nach Salzburg (50) geschossen, aber auch mehr (32) als die elftplatzierte Admira (31) erhalten hat. Zum Vergleich: Salzburgs Gegner jubelten nur 13-mal.

Comeback von Kiteishvili
Das Comeback von Otar Kiteishvili nach Syndesmosebandriss erwartet Schicker nach der Länderspielpause, womit der georgische Kreativspieler für die restlichen acht Spiele zur Verfügung stünde. Der zuletzt mit Rückenproblemen fehlende Jakob Jantscher sei auf dem Weg der Besserung. „Aber da müssen wir noch die Woche abwarten, ob er schon gegen Salzburg ein Thema ist.“

Sturm budgetiert nicht mit Gruppenphase
Auch diesmal budgetieren die Grazer nicht mit einer internationalen Gruppenphase. Obwohl das Europa-League-Abenteuer nach zehnjähriger Absenz die Lust auf mehr weckte. „Es wäre schön, wieder in einer Gruppenphase dabei zu sein“, hält sich der Sportchef mit platzierungstechnischen Ansagen zurück. „Wir haben die Arbeit so aufgebaut, dass in Graz keine Welt zusammenbricht, wenn es nicht der Fall sein sollte. Aber klar: Eine Gruppenphase würde die Arbeit für uns erleichtern.“

Kommt Demaku? „Es ist noch nichts unterschrieben“
Und ihm im Talentewerben noch bessere Argumente liefern. Zum defensiven Mittelfeldspieler Vesel Demaku (22), der laut Medienberichten nach Saisonende ablösefrei von der Wiener Austria an die Mur wechseln könnte, sagte Schicker: „Ein interessanter Spieler. Es ist noch nichts unterschrieben.“

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