12.01.2022 07:42 |

Trotz Rang vier

„Zu schlecht gefahren“: Olympiarätsel um ÖSV-Dame

Olympiarätsel in Schladming: Chiara Mair glaubt trotz Rang vier nicht an Peking. „Dazu bin ich bisher zu schlecht gefahren“, fürchtet die Tirolerin.

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Mair war im Vorjahr hinter Katharina Liensberger und Katharina Truppe Österreichs Nummer drei im Slalom gewesen und bei der WM Sechste geworden. Nach einem Materialwechsel tat sich die Polizeisportlerin aber lange schwer, ehe sie Dienstagnacht mit drittbester Laufzeit überraschend von 14 auf 4 carvte. Das ist hinter Liensbergers zwei Podestplätzen im Slalom zusammen mit der in Schladming fehlenden Truppe das beste Ergebnis einer ÖSV-Läuferin im Olympia-Winter.

Weil Schladming der letzte Weltcupslalom vor dem Olympiarennen war, muss sich Rennsportleiter Christian Mitter an diesem Resultat orientieren. „Ich glaube aber nicht, dass mich China sieht“, betonte Mair, selbst als ihr unerwarteter Beinahe-Podestplatz längst feststand. Sie habe viel gehadert in den vergangenen Wochen. „Jetzt bin ich vor allem happy, dass ich das letzte Rennen vor der langen Pause so gut rumgebracht habe. Bis zu den letzten zwei Rennen habe ich noch viel zu tun“, blickte sie weit und bis nach den Peking-Spielen voraus.

Mitter: „Man muss die Kirche im Dorf lassen“
Mitter tat sich bei der Einschätzung hinsichtlich Olympia noch schwer. „Es geht ja nicht nur um den Slalom. Man muss auch schauen, was in den anderen Disziplinen passiert“, relativierte der ÖSV-Frauenchef und verwies auch darauf, dass Mair über die Saison nur einen wirklich guten Durchgang abgeliefert habe. „Man muss also die Kirche im Dorf lassen“, meinte Mitter einerseits.

„Umgekehrt ist sie am Ende wirklich gut gefahren. Und ein Spitzenresultat ist ein Spitzenresultat, das ist eindeutig“, machte Mitter der Tirolerin auch Hoffnung. „Bei Olympia geht es nur um die Podestplätze. Und wenn man da mal knapp dran war, dann ist das schon eine Berechtigung.“ Er müsse trachten, das beste Team an den Start zu bringen, betonte Mitter. Und bei elf Startplätzen in fünf Disziplinen müsse man auch die Balance halten. Anzuerkennen sei: „Chiara hatte eine schwere Phase. In Schladming hat sie gezeigt, wo sie wirklich hingehört.“

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Bei Olympia geht es nur um die Podestplätze. Und wenn man da mal knapp dran war, dann ist das schon eine Berechtigung.

Christian Mitter

Bittersüße Bilanz
Angesichts des Fehlens von Truppe, dem Aus für Katharina Gallhuber und der Halbzeit-Elften Marie-Therese Sporer sowie der Plätze vier für Mair, 15 für Katharina Huber („Ein wirklich lässiges Rennen, aber ich muss endlich weiter nach vorne“) und nur 21 für die Halbzeit-Achte Liensberger nach kapitalem Fehler in der Entscheidung, zog Mitter eine bittersüße Bilanz. „Schon wieder so ein zäher Tag für uns und trotzdem hatten wir Eine fast auf dem Podium.“ Leid tat es Mitter vor allem um Liensberger. „Sie hat es wirklich probiert und sie wäre sicher wieder auf das Podium gekommen“, war der Coach beeindruckt. „Obwohl nicht alles so perfekt läuft für sie, ist sie trotzdem dort, wo sie auf‘s Podium fahren kann“, lobte er die Weltmeisterin.

Liensberger geknickt
Liensberger selbst wirkte nach dem zweiten Slalom-Aus in Folge etwas geknickt. „Ich habe gewusst, dass ich die Ski laufen lassen muss. Dann hat es mich aber irgendwie gefangen, ich hab‘s leider nicht durchgezogen“, sagte die Vorarlbergerin, die nach Krankheit und Corona-Pause sichtlich noch immer nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist. „Es ist nicht hundertprozentig, das sieht man“, bestätigte sie.

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