21.12.2021 06:00 |

Digitalisierung

„Corona bringt die größte Bildungsreform“

Die Weihnachtsferien beginnen. Durchatmen. Die Krise hat große Probleme offenbart. Digitalisierung ist das Zauberwort. Hier hinkt Österreich im internationalen Vergleich hinterher. Unter Minister Heinz Faßmann wollte man durchstarten. Nun soll Nachfolger Martin Polaschek den wichtigen Wandel schaffen.

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Problemzone Digitalisierung. Vor allem in Schulen. „Wir hinken hinterher. Vor allem im Vergleich mit Skandinavien“, sagt Maximilian Schulyok, Geschäftsführer des Schulbuchverlages. Vorteil in Schweden und Finnland: Microsoft und Nokia haben dort Niederlassungen und testen neue Techniken auch an Schulen.

Nun gibt es in Österreich einen Acht-Punkte-Plan zur Digitalisierung. Beginnend mit WLAN und Datenleitungen sowie Laptops etc. Von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz und Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann als „größte digitale Revolution“ angepriesen. Schulyok ist weniger euphorisch. „Mit Laptops und Internet wird der Unterricht noch nicht besser. Das ist wie ein Schulbuch mit leeren Seiten.“ Man müsse Schulen und Lehrer begleiten. Programme erarbeiten, mit denen man etwa spielerisch Mathematik lernen kann. „Die Digitalisierung beginnt erst jetzt.“

Mit Faßmanns Ministerium pflegte man einen guten Austausch. „Ich habe mit ihm mitgelitten. Er wollte reformieren, musste sich aber mit Corona-Tests und der Frage Öffnen oder Schließen herumschlagen.“ Gemeinsames Ziel: Die Schulbuchaktion ins 21. Jahrhundert transferieren.

Schule als Blackbox, Pandemie als Motor
Gebot der Schulstunde: gedrucktes Buch neben digitaler Lernform. Viele lernen auf Papier besser. Mit Software könne man Schwächen rasch erkennen. „Dann kann man individuell auf jeden eingehen.“ Bildungsexperte Schulyok: „Schule war noch nie so präsent. Corona bringt die größte Bildungsreform.“ Die Schule sei lange eine Blackbox gewesen, funktioniere oft noch wie vor 30 Jahren. Neo-Minister Polaschek hat angekündigt, sich um die Bekämpfung von Bildungslücken zu kümmern. Für Modernisierung im Lehrbetrieb dürfte er etwas übrig haben. Schon kurz nach Amtsantritt hat sich der Grazer Professor für das Vorantreiben der Digital-TU in Oberösterreich ausgesprochen.

Erich Vogl
Erich Vogl
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