Krone-Fußballerwahl

Trauner: „Ich würde mich nie als Star bezeichnen“

Nach seinem Triumph bei der letztjährigen „Krone“-Fußballerwahl steht Gernot Trauner inzwischen auch in der Gunst der Feyenoord-Fans ganz oben - der 29-Jährige weiß auch, warum.

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Herr Trauner, Sie sind offenbar ein Experte für Wahlen.
Warum?

Im Vorjahr waren Sie der Triumphator bei der „Krone“-Fußballerwahl, letzten Sonntag wurden Sie beim Feyernoord-1:1 gegen Groningen zum „Man of the Match“ gewählt – und auch mit Ihrer Wahl, vom LASK nach Holland zu wechseln, lagen Sie goldrichtig.
Das stimmt sicher! Es läuft hier gut, wir sind noch in allen Bewerben dabei und liegen vorm Schlager am Sonntag gegen Ajax als Dritter einen Punkt hinter Tabellenführer PSV. Dazu läuft es auch für mich persönlich super.

Obwohl Sie derzeit Adduktorenprobleme haben.
Ja, mein Einsatz gegen Ajax ist leider fraglich. Aber zuvor hatte ich immer gespielt und mich leichter als erwartet zurechtgefunden – selbst im privaten Bereich.

Wie ist das zu verstehen?
Wenn man seine Kinder aus ihrem Umfeld reißt, ist das nicht so einfach. Eine andere Umgebung, Schule, vor allem eine andere Sprache – meine Frau und ich hatten davor doch sehr großen Respekt gehabt.

Den man Ihnen im Land des dreifachen Vizeweltmeisters inzwischen sportlich entgegenbringt. Eine Zeitung wagte sogar einen Vergleich mit ManU-Starverteidiger Harry Maguire und schrieb sinngemäß: „Der kostete 87 Millionen Euro und ist nicht besser als Trauner
Ich habe das nebenbei mitbekommen. Ein Vorteil war für mich auch, dass sich von mir hier keiner großartig etwas erwartet hatte – deshalb konnte ich die Erwartungen dann übertreffen. Viele kommen auf mich zu und fragen, wie es das gibt, dass einer aus Österreich kommt und dann gleich so gut in eine Top-Mannschaft passt und diese dazu noch stabiler gemacht hat.

Sind Sie in Rotterdam damit so etwas wie der Rising star from Austria – der aufgehende Stern aus Österreich.
Ich würde mich nie als Star bezeichnen. Zumal ich denke, dass auch meine bescheidene Art und Bodenständigkeit geschätzt wird. Das war schon in Österreich so. Hier wird mir zugetragen, dass die auch zu Feyenoord passt. Obwohl wir feinere Kicker als mich haben. Trotzdem konnte ich mit meiner Spielweise, meinem vollen Einsatz und eben auch durch meine Art überzeugen.

Wie fällt Ihr Vergleich aus, wenn Sie die österreichische Bundesliga mit der Eredivisie vergleichen?
In Holland wird viel mehr Fußball gespielt. Auch kleinere Teams versuchen hier, spielerische Lösungen zu finden, legen sehr großen Wert auf Ballbesitz, haben technisch sehr versierte Spieler. Ich will damit aber nicht sagen, dass das besser oder erfolgreicher ist als in Österreich – es ist eben anders.

Ein großer Unterschied sind aber die Kulissen.
Ja, zum Teil! Es ist natürlich toll, hier bei Feyenoord immer vor 50.000 Zusehern zu spielen, wenn nicht wie gerade jetzt Lockdown ist.

Wie intensiv verfolgen Sie noch die heimische Liga?
Das ist nicht ganz so einfach, ich kann die Spiele hier nicht live empfangen. Mir ist aber aufgefallen, dass in der ersten Meisterschaftsphase mit Ausnahme von Salzburg kein Klub konstant gewesen ist. Das war in den letzten Jahren nicht so. Und auch wenn zuletzt auch Salzburg Punkte abgegeben hat, ist die Spannung weg - der Vorsprung ist zu groß, daran wird auch die Punkteteilung nichts ändern.

Georg Leblhuber
Georg Leblhuber
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