13.12.2021 12:01 |

Aufgedeckt

Apple schloss milliardenschweren Deal mit China

Viele haben in den vergangenen Jahren darüber spekuliert, wie es möglich ist, dass Apple als eines der wenigen US-Unternehmen in China relativ frei agieren kann. Jetzt liefern Recherchen des investigativen Portals „The Information“ offenbar die Antwort. Demnach soll Apple-Chef Tim Cook vor mehreren Jahren einen milliardenschweren Deal mit der chinesischen Regierung eingegangen sein.

Ziel dieses Deals war es dem Bericht nach, Ausnahmeregelungen von den sonst sehr strengen Regulierungsmaßnahmen zu erhalten. Laut „The Information“ unterzeichnete Cook 2016 einen Vertrag, in dem er Apple verpflichtete, im Laufe von fünf Jahren 275 Milliarden US-Dollar in China zu investieren.  Die gezahlten Milliarden sollen in den Bau neuer Verkaufsstellen, Forschungs- und Entwicklungszentren sowie in Projekte für erneuerbare Energien geflossen sein. Außerdem soll sich der Konzern unter anderem verpflichtet haben, mehr in China produzierte Komponenten in seine Geräte einzubauen.

„Win-Win-Situation“
Im Einklang mit Chinas Fünfjahresplan verpflichtete sich Apple außerdem, „mit chinesischen Unternehmen zusammenzuwachsen, um beiderseitigen Nutzen und eine Win-Win-Situation zu erreichen“, zur Entwicklung der chinesischen IT-Industrie beizutragen und Wissenschaft, Technologie, Bildung und Umweltschutz zu fördern, wie „The Information“ berichtet. Im Gegenzug erklärte sich China bereit, „die notwendige Unterstützung und Hilfe“ zu leisten.

Der Apple App Store und Apple Pay blieben daraufhin tatsächlich in der Vergangenheit größtenteils von Regulierungsmaßnahmen und Einschränkungen verschont.

Weitere Zugeständnisse
Außerhalb des Abkommens soll Apple weitere Zugeständnisse an die chinesische Regierung gemacht haben, um die Geschäfte am Laufen zu halten. Anfang 2015 wies Chinas staatliches Amt für Vermessung und Kartierung demnach Apple Maps an, die Diaoyu- oder auch Senkaku-Inseln, die sowohl China als auch Japan für sich beanspruchen, selbst bei Verkleinerung groß darzustellen; die Regulierungsbehörden sagten, sie würden die Zulassung der Apple Watch verweigern, wenn Apple dem nicht nachkäme, wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die „The Information“ einsehen konnte. Letztendlich kam das Unternehmen der Forderung nach.

„The Information“ nach dürfte sich der Deal für Apple gelohnt haben: Der iPhone-Hersteller verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 68 Milliarden Dollar in China. Das Land sei nun für etwa ein Fünftel des Gesamtumsatzes von Apple verantwortlich, hieß es. Apple selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert.

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