Verbrühungsrisiko

Die Gefahr lauert auf dem Herd

Über 2000 Kinder jährlich müssen in Österreich im Spital behandelt werden, weil sie sich zu Hause verbrühen oder verbrennen. Die meisten Unfälle passieren mit heißen Flüssigkeiten. Eltern sollten beim Hantieren mit Töpfen, Wasserkocher und Geschirr daher aufmerksam sein bzw. Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Bereits der Inhalt einer Tasse reicht aus, um Verbrühungen von 30 Prozent (!) der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verursachen. Das wissen die wenigsten! „Besonders in der jetzigen Zeit, in der der eigene Haushalt aufgrund des Lockdowns und der kühlen Temperaturen wieder ganztägiger Lebensmittelpunkt vieler Familien ist, sollte man sich dessen bewusst sein, dass ein unachtsam abgestelltes Häferl mit Tee oder Punsch zur Gefahr werden kann“, so Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitprävention im Kuratorium für Verkehrssicherheit.

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Überprüfen Sie zudem jeden Raum auf mögliche Risiken. Wasserkocher etwa sind ebenso häufig Ursache für Verbrühungsunfälle.

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitprävention im Kuratorium für Verkehrssicherheit

Gefäße mit heißen Flüssigkeiten daher nie an Tisch- oder Herdkante abstellen. „Überprüfen Sie zudem jeden Raum auf mögliche Risiken. Wasserkocher etwa sind ebenso häufig Ursache für Verbrühungsunfälle. Gerät und Kabel müssen sich immer außerhalb der Reichweite von Kindern befinden“, rät Trauner-Karner. Weitere Sicherheitstipps gegen Verbrennungen und Verbrühungen: 

      • Herabhängende Tischdecken vermeiden.
      • Vorsicht beim Tragen von Gefäßen mit heißen Flüssigkeiten.
      • Den Herd durch ein Herdschutzgitter absichern. Bevorzugt die hinteren Kochfelder verwenden und die Griffe von heißen Töpfen und Pfannen stets zur Wand drehen, damit die Kleinen sie nicht erreichen können.
      • Kabel von Fritteusen, Kaffeemaschinen und Bügeleisen nicht herunterhängen lassen, sondern aufrollen oder im hinteren Bereich der Arbeitsfläche platzieren.
      • Badewassertemperatur von Kindern mit einem Thermometer kontrollieren (sollte maximal 37 Grad Celsius betragen). Thermostat-Armaturen mit Temperaturbegrenzern, sogenannte „Heißwasser-Stopps“, verhindern eine selbstständige Bedienung des Heißwasserhahns durch die Sprösslinge.
      • In Wärmeflaschen keine Flüssigkeiten über 45 Grad Celsius füllen und nie heiß direkt auf die Haut legen.

Bei kleineren Verbrennungen ist eine Kühlung mit 20 Grad warmem Wasser sinnvoll - nicht mit Eis! Großflächige Brandverletzungen gar nicht kühlen (Gefahr der Unterkühlung), sondern die Rettung (144) rufen. Mit betroffenen Säuglingen oder Kleinkindern immer einen Arzt aufsuchen!

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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