Rohkost

Auch Ernährungsbewusste machen Fehler

Gesund Aktuell
04.10.2021 12:00

Wer besonders gesund essen will, der kann den Körper mitunter damit auch überfordern. Worauf man achten muss, und was man vermeiden sollte, erklärt eine Ernährungsexpertin. 

Viel Obst und Gemüse, ein frischer Smoothie, dazu Müsli, Joghurt und Vollkornbrot. Kein Wunder, dass bei derart „gesundem Essen“ sehr oft Blähungen, Unwohlsein, kalte Hände und Füße sowie wiederkehrende Erkältungen die Folgen sind. Denn zu viel des Guten ist bekanntlich auch nicht optimal. Die häufigsten 7 Fehler im Alltag - und wie es besser geht, erklärt Dr. Claudia Nichterl, Ernährungswissenschafterin und Gründerin der Akademie für integrative Ernährung:

  • Rohkost: Genau diese Essweise kann manche Frauen krank machen. Häufig vertragen sie nämlich rohes Gemüse wie Karotten, Gurken, Paprika, Salate etc. nicht, da größere Mengen an kalten Lebensmitteln schwer verdaulich sind. Besser: Statt Rohkost Gekochtes (muss nicht immer warm gegessen werden), z. B. Salate aus gekochtem Wurzelgemüse, Sellerie, Schwarzwurzel, Antipasti wie Zucchini oder Paprika. Dr. Nichterl: „Die Kraft des Ofens bringt Wärme in die Nahrung, und das Essen wird auch besser aufschließbar, d. h. unser Organismus kann die Nährstoffe leichter verwerten.“
  • Zitrusfrüchte: Obst aus südlichen Ländern dient den Menschen dort auch als Abkühlung. Gerade in der kalten Jahreszeit führt ein häufiger Verzehr von Zitrusfrüchten insbesondere bei Frauen oft zu kalten Händen und Füßen. Besser heimische, saisonale Vitamin C-Spender wie Kohlgemüse, Wildbeeren, (z. B. Hagebutte, Sanddorn), Spinat, Brokkoli und Petersilie essen.
Der häufige Verzehr von Zitrusfrüchten kann eine kühlenden Wirkung haben. (Bild: doris oberfrank-list/stock.adobe.com)
Der häufige Verzehr von Zitrusfrüchten kann eine kühlenden Wirkung haben.
  • Milchprodukte: Joghurt, Käse und Topfen haben eine kühlende Wirkung. In kleineren Mengen kein Problem, denn Milchprodukte sind u. a. wertvolle Eiweiß- und Kalziumlieferanten. Doch in unseren Breiten verträgt heute bereits jeder Fünfte keine Laktose (Milchzucker). Aus Sicht der chinesischen, aber auch integrativen Medizin, kann ein Zuviel an Milchprodukten „verschleimen“, vor allem dann, wenn die Verdauungskraft durch Fehlernährung bereits geschwächt ist und der Magen-Darm-Trakt die Nahrung nicht mehr so gut verarbeiten kann. Besser: Vermehrt auch Nüsse, Mandeln, Samen (Mohn, Sesam) auf die Speiseliste setzen sowie z. B. Fenchel und Hülsenfrüchte.
  • Erdäpfel, Nudeln, Reis: Viele vermeintlich gesunde Gerichte bestehen aus Beilagen wie Erdäpfeln, Reis und Nudeln, die dann mit Gemüse angerichtet werden. Das ist an sich in Ordnung, doch wer vorwiegend solche Mahlzeiten isst, dem fehlt es bald an hochwertigem Eiweiß, das satt macht und für die Muskulatur wichtig ist. Das führt nicht selten zu Heißhungergefühlen und vermehrter Lust auf Süßes. Tipp: Kraftsuppe mit Huhn oder Fisch sowie Hülsenfrüchte.
  • Vollkornbrot & -gebäck: Liefert wertvolle Nähr- und Ballaststoffe, doch man braucht eine gute Verdauungskraft, um z. B. grobes Vollkornbrot optimal zu verstoffwechseln. Aufgeblähter Bauch, Völlegefühl oder Durchfall sind oft die Folgen. Besser: Hochwertiges, gekochtes Getreide, wie etwa Hirse, Buchweizen und Couscous verwenden, oder Brot aus fein vermahlenem Mehl verwenden.
Große Mengen an Smoothies können sich durch den hohen Gehalt an Fructose auf die Leber schlagen. (Bild: Markus Mainka/stock.adobe.com)
Große Mengen an Smoothies können sich durch den hohen Gehalt an Fructose auf die Leber schlagen.
  • Smoothies: Vor allem Getränke aus püriertem Obst enthalten viel Fruchtzucker (20 Prozent der Österreicher leiden unter Fructose-Unverträglichkeit), aber auch Fasern, die für einen empfindlichen Darm schwer verdaulich sind. Besser: Täglich eine kleine Menge Obst essen.
  • Gekochtes Essen: Davon konsumieren viele Gesundheitsbewusste leider generell zu wenig. Dabei benötigen wir ebenfalls warmes Essen (z. B. Eintöpfe und Suppen), damit auch der nährende, wohltuende Aspekt der Ernährung zum Tragen kommt.
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