Für 2 essen? Vitamine?

Ernährung in der Schwangerschaft

Was darf man während der Schwangerschaft zu sich nehmen und was nicht? Darüber macht sich wohl jede werdende Mama Gedanken. Eine Hebamme beantwortet häufig gestellte Fragen.

Traude Trieb aus Niederösterreich ist seit über 30 Jahren aus Berufung und mit Begeisterung Hebamme. Solche Fragen sind ihr daher nicht fremd. Was antwortet sie?

Muss man bis zur Geburt für zwei essen? „Diese Regel ist schon längst überholt“, so Traude Trieb. Der Energiebedarf erhöht sich erst ab dem zweiten Trimester, allerdings auch nur um etwa 250 zusätzliche Kalorien pro Tag. Das entspricht in etwa einer kleinen Zwischenmahlzeit. „Im letzten Trimester können nochmals weitere 250 Kalorien pro Tag hinzukommen“, erklärt die Hebamme weiter. Das gilt aber nur, wenn die werdende Mutter körperlich so aktiv bleibt wie zuvor (bitte nicht übertreiben, sondern auf den Körper hören!). Macht sie beispielsweise weniger Sport, reduziert sich auch ihr Energiebedarf.

Brauchen Schwangere mehr Vitamine? Schwangere haben tatsächlich einen erhöhten Bedarf an diversen Mikronährstoffen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen. Das B-Vitamin Folsäure (Folat) unterstützt zum Beispiel die Blutbildung sowie das Wachstum von Plazenta und Fötus. Der Bedarf erhöht sich um ganze 83 Prozent. Auch andere B-Vitamine wie B1, B2, B6 und B12 werden benötigt. Weiters braucht der Körper mehr Eisen, denn das Blutvolumen der werdenden Mutter wächst um 30-40 Prozent. Und der Bedarf an Zink steigt ab dem 4. Monat ebenfalls um rund ein Drittel. Es unterstützt unter anderem das Immunsystem. Auch Jod, Magnesium und die Vitamine A, C, E müssen ausreichend eingenommen werden. Spätestens im letzten Trimester wird dann die ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, insbesondere mit DHA, besonders wichtig. DHA spielt eine wesentliche Rolle für die Entwicklung von Gehirn- und Sehfunktion. Ein bis zwei Mal in der Woche sollte daher fettreicher Fisch am Teller landen.

Gurkerl mit Schokosauce? Vor allem bei Süßem, Fettigem, Salzigem oder sogar einer Kombination daraus wird „sie“ oft schwach. Hin und wieder zu naschen oder seinen Gelüsten nachzugeben, ist völlig in Ordnung. Auf Fett, Süßigkeiten und Knabbergebäck sollte man dennoch in der Schwangerschaft so gut wie möglich verzichten. Gebäck und Beilagen, Obst und Gemüse sind hingegen täglich empfehlenswert. Gegen Heißhunger helfen Vollkornprodukte und regelmäßige Mahlzeiten.

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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