08.08.2021 13:09 |

Eklats und viel Pech

Schlechteste deutsche Bilanz seit dem Mauerfall!

Eine historisch schwache Medaillenbilanz weist Deutschland bei diesen olympischen Spielen auf. Noch nie wurde seit der Wiedervereinigung so wenig Edelmetall gewonnen. Allerdings hatten unsere Nachbarn auch mit Skandalen und Pech zu kämpfen.

In Rio 2016 gab es noch 17-mal Gold für Deutschland, aber auch in London gewann man noch 11 (dazu noch 20 Silber), in Peking 16, in Athen 13, in Sydney 13, in Atlanta und in Barcelona gar 26 bzw. 33 Goldmedaillen. Vor der Wiedervereinigung in Seoul gewann alleine die DDR 37-mal Gold, dazu noch die BRD elfmal, insgesamt waren es noch 82 Stück Edelmetall gewesen. Gut, das ist lange her, aber diese Olympia geht als Tiefpunkt des DOSB-Teams nach der Wiedervereinigung in die deutsche Sportgeschichte ein.

Im Fußball von Anfang an abgemeldet, im modernen Fünfkampf skandalumwoben, in der Leichtathletik mit viel Pech im Speerwerfen (Johannes Vetter) auf der rutschigen Bahn um das Finale gebracht, in den Teamsportarten kaum existent, im Schwimmen vollkommen ins Mittelfeld abgesackt, nein, es waren nicht die Spiele der Deutschen. Für die Medaillen waren einmal mehr vor allem die Kanuten und Kanutinnen und die Reiterinnen verantwortlich. Und Alexander Zverev.

37 Medaillen
Am Ende gab es 37 Medaillen (10 Gold, 11 Silber, 16 Bronze). Das sind fünf weniger als 2016 in Rio und vier weniger als beim bisher schlechtesten Abschneiden seit 1990. Und Platz 9 im Medaillenspiegel. 

Zum dritten Mal in Serie sind die USA die erfolgreichste Olympia-Nation bei Sommerspielen. Das US-amerikanische Team holte 2021 in Tokio 39-mal Gold, 41-mal Silber und 33-mal Bronze und überflügelte damit China (38/32/18) sowohl in Qualität (Anzahl der Goldenen) als auch in Quantität (113:88 Medaillen). Gastgeber Japan kam mit 27 Goldenen, 14 Silbernen und 17 Bronzenen deutlich zur besten Bilanz seiner Olympia-Geschichte.

Russen holten 20-mal Gold
Die Athleten und Athletinnen aus Russland traten nach aufgeflogenen Dopingprogrammen unter neutraler Olympia-Flagge und für das Russische Olympische Komitee an. Sie erbeuteten 71 Medaillen, darunter eine Goldmedaille mehr als vor fünf Jahren in Rio. 20-mal ertönte zu Ehren des Siegers Tschaikowskys Klavierkonzert Nummer 1. Großbritannien findet sich einen Platz davor als Vierter und bester europäischer Vertreter wieder (22/21/22).

Österreich stark!
Österreich beendete die Tokio-Spiele im Medaillenspiegel auf Rang 53. Mit sieben Medaillen (1/1/5) übertraf das ÖOC-Team die Medaillenerwartungen und stellte - gemessen an der Anzahl des errungenen Edelmetalls - die Spiele von Athen 2004 (2/4/1) ein. Zahlenmäßig blieb nur die Sommer-Performance von Berlin 1936 (4/6/3) unerreicht. Allerdings fuhren die Aktiven etwa aus Sydney (2000) und Amsterdam (1928) jeweils mit zwei Goldenen heim.

In einem bisher nicht gekannten Goldrausch war - wieder einmal - auch das diesjährige Ausrichterland, das seine bisher bei 16 Goldmedaillen liegende Bestmarke von Athen 2004/Tokio 1964 gleich um elf Siege (darunter neunmal Judo-Gold) pulverisierte. Japan hatte seine Förderungen nach dem Turnier-Zuschlag 2013 laut dem ZDF auf etwa 80 Millionen Euro pro Jahr verdoppelt, und von jeder Disziplin einen Acht-Jahres-Plan eingefordert. Ähnlich wie in Österreich werden in Japan Gewinne aus der Staatslotterie in die Förderung von Sportstätten wie auch Athleten geleitet. Daneben sind aber - anders als hierzulande - Firmenteams und -sportler gang und gäbe.

Rechtzeitig vor Olympia wurde die japanische Wirtschaft motiviert, kräftig in Sportler zu investieren. Die Erwartungen waren deshalb und wegen der Einführung neuer Sportarten wie Baseball und Skateboard hoch. Das japanische Olympia-Komitee lobte 30 Goldmedaillen aus, geworden sind es 27. Doch auch das ist nationaler Rekord.

krone Sport
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