Schwerverkehr nimmt zu

Nach der Krise rollen mehr Lkw als je zuvor

Die Corona-Krise scheint in vielen Sparten der heimischen Wirtschaft überwunden zu sein. Nicht nur der Konjunkturmotor brummt; ebenso der Schwerverkehr. Die Lkw-Kolonnen auf den Autobahnen in NÖ sind bereits länger als vor der Pandemie. Fachleute fordern eindringlich, Transporte auf die Schiene zu verlagern.

Dass der Lkw-Verkehr auf Autobahnen und Schnellstraße in Niederösterreich heuer gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 zugenommen hat, verwundert nicht. Denn nach der Corona-bedingten Schockstarre des vergangenen Jahres nimmt die heimische Wirtschaft endlich wieder Fahrt auf. Und mit dem Aufschwung rollt eben auch wieder der Waren- und Rohstofftransport an. Allerdings: „Auf vielen Abschnitten sind so viele Lkw wie noch nie unterwegs, die bisherigen Rekordwerte aus der ersten Hälfte 2019 werden bereits überschritten“, bestätigt Michael Schwendinger vom Verkehrsclub (VCÖ).

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Der Ausbau von Straßen würde den Transport auf selbigen beschleunigen. Mehr Lkw-Transit wäre die Folge von derartigen Maßnahmen.

Michael Schwendinger, Verkehrsclub Österreich (VCÖ)

Mit Abstand die meisten Lkw donnern durch das Umland südlich von Wien. Mehr als 2,4 Millionen waren es im ersten Halbjahr auf der Südautobahn bei Biedermannsdorf im Bezirk Mödling, mehr als 2,1 Millionen auf der S…1 bei Vösendorf, ebenfalls im Bezirk Mödling. In beiden Bereichen liegen die Werte somit über den Vor-Corona-Zahlen, in Vösendorf sogar um elf Prozent. Noch höher fällt diese Steigerung mit 16,7 Prozent auf der S…1 bei Korneuburg und mit 12,9 Prozent auf der Weinviertler Schnellstraße bei Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn aus. Schwendinger warnt: „Mit mehr Lkw-Verkehr werden wir die Klimaziele verfehlen. Und das würde sehr teuer kommen.“ Der Fachmann tritt dafür ein, den Gütertransport verstärkt auf die Schiene zu verlegen und so das Lkw-Aufkommen zu reduzieren: „Der Ausbau von Straßen würde übrigens genau das Gegenteil bewirken.“

Pkw-Verkehr legte weniger stark zu
Übrigens: Der Pkw-Verkehr auf den Autobahnen zwischen Enns und Leitha hat gegenüber dem Vorjahr naturgemäß auch zugelegt. Immerhin war er ja in der Pandemie regelrecht eingebrochen – auf der A…4 um bis zu 30 Prozent. Doch wurden heuer bisher noch immer weniger Autos registriert als im gleichen Zeitraum 2019.

Christoph Weisgram
Christoph Weisgram
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Sonntag, 26. September 2021
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