06.07.2021 08:00 |

Förderdesaster

Üppige E-Autoförderung steht nun kurz vor dem Aus

„Wir verdoppeln die Bundesförderung“ – diese Ansage von Seiten des Landes wird es in puncto E-Autos wohl so nicht mehr geben. Nach dem millionenschweren Förderdebakel gibt es ab 1. Jänner 2022 einen neuen Schwerpunkt: Künftig sollen speziell Ladestationen gefördert werden – die brauche es wegen der vielen Autos.

„Es war nicht absehbar, dass es in kürzester Zeit so einen Anziehungseffekt geben wird“, sagt Heinrich Schellhorn. Vier Monate, nachdem die E-Mobilitätsförderung des Landes wegen der Antragsflut gestoppt werden musste, zeigt sich der zuständige Landesvize immer noch überrascht von der Beliebtheit der Förderung.

Wie berichtet, verdoppelte das Land die Bundesförderungen für E-Nutzfahrzeuge für Unternehmer. Heißt: Wenn der Bund den E-Kastenwagen beispielsweise mit 10.500 Euro förderte, legte das Land die gleiche Summe noch einmal drauf. Das hatte Folgen. Das 3-Millionen-Euro-Förderbudget wurde um satte 6,7 Millionen Euro überzogen – vor allem, da die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC), die für das Land die Förderung abwickelte, zu spät reagierte, wie Schellhorn findet.

Künftig soll sich das millionenschwere Förderdebakel nicht mehr wiederholen: „Die E-Förderung war Teil des Impulspaktes in der Covid-Krise, das wird es so nicht mehr geben“, sagt der Landesvize. Ab dem 1. Jänner 2022 sollen auf Anraten von Experten verstärkt Ladestationen im öffentlichen Raum gefördert werden. Das brauche es nun wegen der vielen E-Autos.

Allerdings: Wie es mit der E-Mobilitätsförderung weitergeht, entscheidet sich bei den Budgetverhandlungen.

Schellhorn will nun sein Geld zurück haben
Fix ist schon jetzt: Schellhorn will von Förderabwickler KPC die zu viel geförderten Mittel zurück – er habe bereits einen Regressantrag dafür gestellt.

Die abgebrochene Aktion dürfte teuer werden: Bisher wurden drei Millionen Euro an Unternehmer ausbezahlt. Weitere 3,5 Millionen Euro fließen demnächst. Zudem könnten bis zu 3,27 Millionen Euro zusätzlich fällig werden – die Antragsfrist endete erst am 30. Juni.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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