04.07.2021 11:52 |

Industrieverband warnt

Cyberattacken: Firmen nicht ausreichend geschützt

Der deutsche Industrieverband BDI will Cyberattacken auf Unternehmen mit einer „nationale Wirtschaftsschutzstrategie“ von Politik und Wirtschaft besser abwehren. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung und die Unterstützung der Wirtschaft seien unzureichend. „Noch nie wurde die deutsche Wirtschaft so stark angegriffen wie heute“, so Matthias Wachter, Leiter der Abteilung Sicherheit.

Die Zahl der Angriffe sei in der Corona-Pandemie gestiegen, weil Unternehmen im Homeoffice noch verwundbarer seien, sagte Wachter der „Welt am Sonntag“. Beim deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik heißt es nach Angaben des Blattes: „Die Bedrohungslage ist nach wie vor sehr angespannt und wurde durch die Pandemie noch einmal verschärft.“

Mikko Hyppönen von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure führt dies unter anderem darauf zurück, dass die Angriffsfläche mit dem digitalen Wandel in allen Branchen immer größer werde. „Wir bringen alles online.“ Es werde noch dauern, bis diese allgemeine Bewegung ins Netz angemessen abgesichert werde: „Ich denke nicht, dass wir das Schlimmste schon erlebt haben.“

Raj Samani von der IT-Sicherheitsfirma McAfee sieht das Problem auch darin, dass sich inzwischen im Internet eine ganze Industrie gebildet habe, in der Attacken mit Erpressungssoftware Interessenten als Bezahl-Service angeboten werden. „Es sind kriminelle Gruppen, die darauf aus sind, so viel Lösegeld wie nur möglich herauszupressen.“ 

„Gesteigerte Aggressivität“
Cyberangriffe mit Erpressungssoftware spielen laut Wachter eine große Rolle. Vor allem bei Hackerangriffen mit dem Ziel, blockierte Computersysteme erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freizugeben, werde „gesteigerte Aggressivität“ festgestellt.

Im Rahmen des vorgeschlagenen nationalen Konzepts fordert der BDI nach Angaben der Zeitung unter anderem, dass die deutsche Regierung einen „Koordinator für Wirtschaftsschutz“ im Rang eines Staatsministers oder Staatssekretärs einsetzt. Zudem solle ein Nationales Wirtschaftsschutzzentrum als öffentlich-private Partnerschaft eingerichtet werden, das als Schnittstelle zwischen Sicherheitsbehörden und Unternehmen fungieren solle.

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