27.06.2021 00:34 |

Stimmen ITA - AUT

Foda: „Österreich kann aufs Team sehr stolz sein“

Österreich hat den großen EM-Favoriten ins Wanken gebracht. Im EM-Achtelfinale gegen Italien war für die ÖFB-Auswahl am Samstag nach einem 1:2 in der Verlängerung aber Endstation. Teamchef Franco Foda ist dennoch „sehr stolz auf seine Mannschaft“. Hier die Stimmen zum Spiel:

Franco Foda (ÖFB-Teamchef): „Wir sind alle enttäuscht, das ist klar nach so einem Spiel. Gerade nach 90 Minuten hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel für uns entscheiden können. Wir haben toll gespielt, selbst nach dem 0:2 nie aufgegeben und nach dem 1:2 noch Chancen gehabt. Man hat gesehen, die Mannschaft hat an sich geglaubt, ganz Österreich kann auf dieses Nationalteam sehr stolz sein. Am Anfang wollten wir etwas höher attackieren, aber das italienische Nationalteam war zu stark, konnte sich immer wieder aus Pressingsituationen lösen. Zur Pause haben wir dann besprochen, etwas tiefer zu stehen und die Kontersituationen besser auszuspielen. Die zweite Halbzeit war richtig gut, wir hatten ein super Positionsspiel, der Gegner ist tief gestanden, hat nicht mehr so früh attackiert. Letztendlich können wir uns nichts darum kaufen, auch wenn ich nach einem Spiel noch nie so viele Komplimente bekommen habe. Letztendlich sind wir ausgeschieden. Unter dem Strich bleibt, wir wollten unbedingt ins Achtelfinale kommen, das bleibt hängen. Alle Kritiker können jetzt einmal für zwei, drei Wochen ruhig sein. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie richtig gut Fußball spielen kann, innerhalb der Mannschaft eine richtig gute Stimmung herrscht und ein absoluter Teamspirit vorhanden ist.“

David Alaba (Österreich/Abwehr): „Das in Worte zu fassen, ist im Moment gerade wirklich nicht einfach. Wir können stolz auf uns sein, auch Österreich kann stolz auf uns sein. Letzten Endes wurden wir für diese Leistung, diese komplette Endrunde nicht belohnt. Das ist sehr bitter. Wenn man sich das Spiel heute anschaut, dass tut sehr weh. Ich habe das 1:0 von uns noch gar nicht gesehen, ich weiß nicht, wie viel der im Abseits war. Das passt alles zusammen, wenn wir mit 1:0 in Führung gehen, bringen wir das nach Hause. Italien bringt eine Qualität mit, aber man hat auch gesehen, dass sie mit der Zeit immer mehr Respekt vor uns hatten. Wir haben Mut und Willen bewiesen, die Einstellung hat zu 100 Prozent gepasst. Da geht es um Kleinigkeiten, die ein, zwei Prozent haben gefehlt.“

Sasa Kalajdzic (Österreich/Angriff): „Es ist nicht nur eines der grausamsten Spiele meiner Karriere, sondern für Fußball-Österreich ein absolut bitteres und unverdient. Eigentlich hätten wir gewonnen, wenn nicht Marko mit dem Zeh im Abseits gestanden wäre. Wir haben versucht, ein Tor zu schießen, sie haben uns ausgekontert. Es war kein verdienter Sieg Italiens, wir waren mindestens ebenbürtig. Es war toller Fußball. Jeder einzelne Österreicher kann stolz sein auf die Leistung. Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden. Nach dem 0:1 waren wir komplett offen, sie haben es ausgenutzt. Wir hätten uns ein Elfmeterschießen verdient. Kleinigkeiten haben es entschieden.“

Florian Grillitsch (Österreich/Mittelfeld): „Momentan sind wir sehr enttäuscht, weil wir die Italiener am Rande einer Niederlage hatten. Kleine Prozentpunkte haben gefehlt. Bitter, dass das Tor von Marko ganz knapp Abseits war. Es überwiegt die Enttäuschung, aber wir können auch richtig stolz sein, wir haben gegen sehr gute Italiener sehr gut mitgehalten. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da, das ist natürlich bitter. Aber jetzt wissen die Italiener, dass wir Österreicher auch Fußball spielen können. Das Spiel war enorm kräftezehrend.“

Roberto Mancini (Italien-Teamchef): „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte dominiert, in der zweiten hatten wir gewisse Probleme. Wir wussten, dass Österreich eine schwer zu spielende Mannschaft ist. Sie haben gut gepresst, sie haben es uns nicht einfach gemacht. Österreich kann dir wirklich Schwierigkeiten bereiten. Wenn wir in der ersten Hälfte ein Tor erzielt hätten, wäre es leichter gewesen. Wir mussten leiden am Ende. Es war ein Vorteil für uns, mit Spielern von der Bank das Spiel drehen zu können.“

Über Österreich: „Ich habe die Österreicher ein bisschen mit den Schweizern verglichen. Sie haben sehr gute Spieler, sind sehr aggressiv - Österreich vielleicht sogar noch mehr als die Schweizer. Sie lassen dich nicht wirklich ins Spiel kommen, das hat uns schon Probleme bereitet. Viele haben gedacht, es wird vielleicht ein einfaches Spiel. Es ist aber nicht einfach gegen Österreich, sie setzen dich unter Druck. Vielleicht ist das erste Spiel in der K.o.-Phase sogar schwerer als das zweite.“

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